Art Basel Paris 2025: Alles, was du verpasst hast
Von Kunstdiebstählen und Afterpartys bis hin zu einem riesigen Kermit the Frog – hier ist dein Recap.
Nachdem sich der Trubel der Frieze-Woche in London gelegt hatte, die Kunstwelt reiste direkt weiter nach Paris für Art Basels vierte Ausgabe in der französischen Hauptstadt. Im imposanten Glasbau des Grand Palais – das ist kein Zelt im Park. Im Wettstreit mit Frieze London und im Kampf um den größeren Anteil am europäischen Kunstmarkt sorgte Art Basel Paris für mächtig Aufsehen.
Die Woche begann etwas holprig: Nur wenige Tage vor Start der Kunstwoche ereignete sich im Louvre der dreisteste Kunstraub der Stadt seit Jahrzehnten. Unschätzbar wertvolle historische Kronjuwelen wurden am helllichten Tag gestohlen; die Behörden arbeiten weiterhin daran, die Stücke zurückzuholen, und mussten das größte Museum der Stadt schließen. Doch Kurator:innen, Sammler:innen und VIPs ließen sich davon nicht abhalten.
Im Laufe der Woche zeigten 206 Galerien aus 42 Ländern und Territorien das Beste ihrer Programme im historischen Gebäude. Neben wegweisenden Arbeiten des 20. Jahrhunderts glänzten ultrazeitgenössische Stars – und ein besonderer Moment: Gagosian präsentierte ein wiederentdecktes Werk von Peter Paul Rubens.
Weit über die palastartigen Mauern hinaus sorgten zahlreiche Satellitenshows und Events dafür, dass in der Glashalle garantiert kein Lagerkoller aufkam. Von einem riesigen Kermit the Frog bis zu Edward Enninfuls Gesprächsreihe – es mangelte nicht an Programm. Und für alle Modefans da draußen: Mit Miu Miu und Louis Vuitton als Partnern von Art Basel Paris war der Einfluss der Mode ebenfalls unübersehbar.
Mit einigen der spannendsten Talente und Tastemaker weltweit vereint – hier sind unsere Highlights der Art Week in der Stadt der Lichter.
Die Kunst
Louis Vuitton x Takashi Murakami Präsentation
Als assoziierter Partner von Art Basel Paris im dritten Jahr in Folge, Louis Vuitton enthüllte die „Artycapucines VII – Louis Vuitton × Takashi Murakami“ Kollektion, 20 Jahre nach der ersten Partnerschaft zwischen dem japanischen Künstler und dem Luxushaus. Anlässlich dessen schuf Murakami eine Installation, die auf dem Balcon d’Honneur im Grand Palais gezeigt wurde. Zu sehen war eine acht Meter hohe Skulptur eines Oktopus, dessen Tentakel den Ausstellungsraum vereinnahmten, flankiert von exklusiven Skizzen, die die vibrierende Bildwelt des Künstlers heraufbeschwören. Elf der ikonischen Capucines-Taschen des Hauses erhielten im Rahmen der Partnerschaft ebenfalls ein Murakami-Makeover und wurden auf der Messe enthüllt. Verspieltheit traf hier auf OG-Stylecodes.
Detroit Salon präsentiert Domestic Dialogues: The Art of Living in Detroit
Während die Kunstwelt in Paris eintraf, war auch Detroit präsent und brachte seine kreative Energie mit. Detroit Salon ist eine internationale Plattform für zeitgenössische Kunst und Kultur mit Wurzeln in der Stadt. Diese Initiative rückte die vielfältigen kreativen Stimmen Detroits ins Rampenlicht und hob sie auf die globale Bühne. Die Woche bot Kunst, Mode, Design und Musik über das gesamte Programm hinweg. Ein Highlight war die Designausstellung im Grand Palais mit dem Titel „Domestic Dialogues“, die ein neu interpretiertes Detroit-Zuhause zeigte – kuratiert mit Möbeln und Kunst, die das handwerkliche Erbe der Stadt hervorheben.
Marianne Boesky Gallery Pop-up: “Boesky in Paris”
Dora Jeridi – Splendid Blues (2025) – (Copyright von Dora Jeridi und mit freundlicher Genehmigung der Marianne Boesky Gallery)
Die Marianne Boesky Gallery veranstaltete eine Pop-up-Ausstellung nur wenige Schritte von der Messe entfernt. „Boesky in Paris“ präsentierte neue Arbeiten von Künstler:innen wie Celeste Rapone (zuvor auf Hypebae vorgestellt), Dora Jeridi und Jammie Holmes. Unser persönliches Highlight war Jeridis ausdrucksstarke Herangehensweise an die Malerei und die kraftvolle Körperlichkeit ihrer Arbeiten. Indem sie eine Spannung zwischen Figuration und Abstraktion erzeugt, verbirgt und enthüllt die Künstlerin ihre Formen durch das Schichten verschiedener Medien wie Öl, Kohle und mitunter Sprühlack. Prägnante Kontraste und wilde Farben fügen sich zu einem Spiegel menschlicher Komplexität.
Miu Miu „30 Blizzards.“ von Helen Marten
Als Hauptpartner von Art Basel Paris Miu Miu konzipierte das Projekt „30 Blizzards.“, ein multidisziplinäres Werk der Künstlerin Helen Marten. Wechselnd zwischen Skulptur, Malerei, Video und – erstmals – Performance, wurde das Projekt im Palais d’Iéna inszeniert. Die Ausstellung war physisch um ein Gegenüber von fünf Skulpturen und fünf neu konzipierten Videos strukturiert, die auf chronologische Momente des Lebens von der Kindheit bis ins Alter verwiesen und 30 Performerinnen und Performer zusammenbrachten. Ein Format, das vom Statischen wegführt und vollends in die dynamische Welt der Kunst eintauchen lässt.
Der riesige Kermit the Frog
Place Vendôme ist Synonym für Luxusmodehäuser und historische Bedeutung. Auch wenn man in der französischen Hauptstadt vielleicht „cuisses de grenouille“ (Froschschenkel) probiert, hat wohl kaum jemand mit dem gigantischen, heliumgefüllten Kermit-the-Frog-Ballon gerechnet, der über dem eleganten Platz thronte. Unter dem Ballon sahen Besucher:innen eine Truppe von Performer:innen in Kermit-Kostümen – darunter der Künstler hinter dem spektakulären Anblick, der US-venezolanische Alex Da Corte. Auf eines ist in der Kunstwelt Verlass: auf das Unerwartete.
Die After-Partys
Centre Pompidou Closing-Party “Because Beaubourg”
Das Centre Pompidou, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst in Paris, schloss im September seine Türen für eine fünfjährige Renovierung. Während die Kunstwelt in die Stadt strömte, öffnete die Institution für nur zwei Tage noch einmal – zu einer Doppelfeier. Sie lud die Öffentlichkeit ein, den Ort neu zu entdecken und das 20-jährige Bestehen des Independent-Labels Because Music zu feiern – und veranstaltete das größte Event, das das Haus je gesehen hat. Auf acht Ebenen, zwei Tage und Nächte lang, gab es immersive Erlebnisse und kreative Begegnungen – die ultimative Art, die Geschichte des Ortes zu ehren und zugleich die Zukunft mit neuen Künstler:innen zu unterstützen. Geboten waren eine Roller-Disco, Kunstinstallationen, Filmvorführungen und ein Club, in dem Auftritte von Shygirl und ein Überraschungs-DJ-Set von Fred Again stattfanden. Das bescherte uns massives FOMO.
Le Cornichon und Bar Nico Kollaboration
Für alle Fine-Dining-Foodies da draußen, nur für eine Nacht, Bar Nico brachte seine pulsierende Energie aus dem Mailand der 1980er-Jahre nach Paris. Das Menü war inspiriert von der Mailänder Aperitivo-Kultur der Achtziger und bot eine besondere Auswahl an Gerichten und Drinks. Mit Leidenschaft für Geselligkeit und kulinarisches Können lieferte Bar Nico die ultimativen Vibes an Le Cornichons langer Theke in den Pariser Straßen. Lebendig, entspannt und unbestreitbar ästhetisch – wir warten geduldig auf nächstes Jahr.
Gesprächsreihe “The 90s”, gastkuratiert von Edward Enninful
Gleich gegenüber vom Grand Palais veranstaltete das Petit Palais eine Reihe von Talks, gastkuratiert von Edward Enninful, über den Einfluss der 1990er-Jahre – im Vorfeld seiner Ausstellung, die in die Tate Britain im Jahr 2026 kommt. Ein Programmhöhepunkt war ein Gespräch zwischen Enninful und dem Fotografen Juergen Teller. Die unpolierte Ästhetik des Fotografen definierte einen Großteil der Modebilder der 90er neu – mit einer von Unvollkommenheit geprägten Bildsprache und einer Intimität, die durch die hochglanzpolierten Aufnahmen der Zeit nie spürbar war. Das seltene Gespräch beleuchtete seine ungewöhnlichen Musen, legendäre Momente und die rauen Codes des Jahrzehnts.















