Tara Lily über ungefilterte Emotionen und echte Momente

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Reuben Bastienne-Lewis

Tara Lily macht vieles anders. Die britisch-bengalische Musikerin aus Süd-London hat einen einzigartigen Blick auf Musik und Kultur. Sie verbindet ihr doppeltes Erbe zu einem markanten Sound, der mühelos zwischen Jazz, R&B und elektronischen Klängen gleitet – durchzogen von feinen Fäden traditioneller bengalischer Folklore. Das Ergebnis ist eine hypnotische Klangwelt, die zugleich intim und betörend wirkt.

Ihre neueste EP, Quiet Nights, ist ein Manifest dieser Dualität. Entstanden gemeinsam mit dem UK-Artist King Krule, der auch auf dem herausragenden Track „Tropical Storm“ zu hören ist, und gemastert von Dom Valentino (bekannt unter anderem für seine Arbeit mit Greentea Peng und Skepta), ist das Projekt ein tief authentisches Spiegelbild des kulturellen Schmelztiegels London und von Lilys wachsender künstlerischer Reife.

Ausgebildet am renommierten Trinity Laban Conservatoire of Music und zusätzlich geschult in indischer klassischer Musik, hat Lily einen unkonventionellen Gesangsstil und eine besondere Instrumentierung entwickelt, die die Aufmerksamkeit von Branchenlegenden wie Iggy Pop, Gilles Peterson und dem verstorbenen Virgil Abloh auf sich zog. Mit ihren bisherigen EPs Last Flight Out und Lost in London, hat die Musikerin sich eine unverwechselbare Nische in der UK-Musikszene geschaffen, die sie bereits auf eine Bühne mit King Krule und der Grammy-Preisträgerin Raye, brachte – und damit ihren Status als Rising Star zementiert.

Jetzt, da sie zu ihrer ersten eigenen UK- und EU-Headliner-Tour aufbricht – inklusive eines Meilenstein-Auftritts in der Londoner Royal Albert Hall am 18. November – beweist Tara Lily einmal mehr, dass man sie unbedingt auf dem Radar haben sollte. Wir haben uns mit der Musikerin über Kreativität, Inspiration und ihre Must-haves auf Tour unterhalten (Spoiler: Es ist nicht das, was man erwartet). Im Folgenden gibt es das komplette Interview.

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Wie bist du ursprünglich zur Musik gekommen? Wie war dein Weg bis hierher? 

Meine Mum war eine schottische Punk-Sängerin, mein Dad ein bengalischer Folk-Musiker, und ich bin in South London geboren und aufgewachsen. Ich wurde wegen schlechten Benehmens und unentdecktem ADHS von der BRIT School geworfen … Danach habe ich am [Trinity Laban] Conservatoire Jazz studiert – parallel zum Komponieren, Kollaborieren und Performen. Es war ein ständiges Auf und Ab, aber ich bin hier für die Leidenschaft und die Reise, Künstlerin zu sein … wie auch immer das am Ende aussieht.  

Wie ist die Zusammenarbeit mit King Krule entstanden? 

Wir kennen uns schon ziemlich lange, weil wir aus derselben Gegend und Szene kommen, aber so richtig gemeinsam gearbeitet haben wir dann während des Lockdowns.  

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Was ist dein ideales Setup beim Musikmachen? Kannst du etwas über deinen Writing-Prozess verraten? 

Meistens fange ich Songs allein am Piano oder Synth im Dunkeln an (Drink neben mir) und lasse mich von der Nacht treiben. Aus meinem Schlafzimmerfenster habe ich einen Blick auf die Skyline von London, und manchmal starre ich einfach hinaus, während ich spiele.

Deine Musik nimmt einen ganz eigenen Raum ein und verbindet Genres von Jazz bis elektronisch. Woher nimmst du deine Inspiration? 

Aus meinem Erbe, meiner Umgebung, meiner Neugier, meiner Ausbildung, meinen Fehlern.

Hat die EP eine Botschaft – etwas, das die Hörer:innen mitnehmen sollen? 

Quiet Nights sind einige der frühen Skizzen aus einer tödlich stillen und wunderschönen Zeit. Für mich war es eine Phase des Reduzierens, des Zurücksinkens in die Erde und des Kanalisierens von etwas Rauem, Echtem. 

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Du hast bereits mit King Krule gespielt und Raye supportet. Wie erlebst du das Leben als Performerin auf Tour? Gibt es Dinge, ohne die du unterwegs nicht kannst? 

Alle haben ihre kleinen Routinen und Tricks, um auf Tour zu überleben. Ich bin ein ziemlicher Health-Freak, wenn es um Gesundheit geht, und war dieses Jahr zum ersten Mal in America auf Tour – es war wirklich schwierig, unterwegs halbwegs vernünftiges Essen zu finden. Ich habe mich dann mit Whole-Foods-Algen, getrockneten Pilzen und Spirulina eingedeckt und das in kochend heißem Wasser getrunken.  

Es war das Kälteste, was ich je erlebt habe – minus 30 Grad Celsius – und ich habe im untersten Bett des Busses geschlafen, eingepackt in all meine Kleidung, um warm zu bleiben: Afghan-Mantel, Mütze, Handschuhe und Stiefel aus Ziegenfell. Ich kam an den Venues an, versuchte mich vor Showbeginn irgendwie zu waschen und bin dann wieder zurück in den Bus. Ehrlich gesagt, das war ziemlich brutal – aber eine unglaubliche Erfahrung, diese Shows dort zu spielen.  

Was können wir in Zukunft von dir erwarten? 

Meine nächste Platte ist bereits in Arbeit! Stay tuned … 

Mehr aus der Musikwelt: lies hier über Chappell Roans Midwest Princess Project, das trans Jugendliche und LGBTQ+-Communities unterstützt.

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