Die coolsten Momente der Art Basel Miami
Von Wrestling-Shows und Afterpartys bis hin zu einem riesigen Jimmy Choo-Schuh.
Auf die Kunstwochen in London, Paris, Hongkong und anderen Metropolen mit starkem kulturellem Puls findet der globale Kunstzirkus sein glitzerndes Finale in Miami, vermutlich der glamouröseste Stopp von allen. Vom 5. bis 7. Dezember richtete die Stadt ihren jährlichen Marathon aus luxusgetränkten Events, radikalen Installationen und einem Meer an VVIPs aus. Der Champagner floss, die Celebs strahlten und die Praktikant:innen knüpften fleißig Kontakte.
In diesem Jahr kollidierten die Vorbereitungen mit Thanksgiving und legten eine neue Schicht Chaos über eine Branche, die ohnehin schon von Koffein und Schlafmangel lebt. Doch wenn Galerist:innen eines perfekt beherrschen, dann, Stress mit Stil zu jonglieren und Verkäufe zu sichern, lange bevor sie überhaupt in Miami landen.
Top-Galerien von fünf Kontinenten strömten in die Stadt und präsentierten Werke von modernen Meister:innen bis hin zur neuen Generation aufstrebender Talente. Ob man kaufen wollte oder nicht – das Event war ein Ort der Inspiration und grenzsprengenden Kreativität. Der österreichische Galerist Thaddaeus Ropac erklärte: „Es ist klar, dass nach dem Erfolg von Art Basel in Paris und den Auktionen dieser Saison in New York. In Miami herrscht eine positive Energie.“ Nach den gigantischen Rekordverkäufen bei Sotheby’s und Christie’s im vergangenen Monat wollte sich die Kunstwelt nicht auf eine vermeintliche Flaute einlassen und trat stattdessen mit betont optimistischem Blick auf.
Und wie immer war die Kunst nur die halbe Story. Miami verwandelte sich in einen kulturellen Playground im XXL-Format, übervoll mit angesagten Restaurant-Pop-ups, Fashion-Crossovers und opulentem Nightlife, in dem man leicht mit Celebrities, Branchengrößen oder gelegentlich sogar abseitsdienstlichen Royals zusammentrifft. Rihanna und A$AP Rocky wurden bei der Enthüllung von Rockys Ray-Ban Installation gesichtet, während andernorts Karlie Kloss bei Cartier Art Basel Dinner gesehen wurde.
Abseits des Meers aus Margiela-Tabis und Issey Miyake-Hosen waren dies die Fashion-Momente, die die diesjährige Miami Art Week prägten – von Fendi-Vasen bis zu Wrestling-Shows und pulsierenden DJ-Sets.
Sukeban Wrestling
Japanische Frauen-Wrestling-Liga Sukeban veranstaltete einen Weltmeisterschaftskampf während der Art Basel. Das Event folgte auf sechs hintereinander ausverkaufte Kämpfe von Sukeban in New York, Los Angeles, London und Berlin. Mit einer Mischung aus Performancekunst, Fashion und Fandom definiert die Liga das Live-Sporterlebnis neu und verwandelt die Arena in eine Bühne für Spektakel und Glamour. Außerdem gab es besondere Kollaborationen mit Performances und Cameo-Auftritten, darunter Musik von DJ ecec, Accessoires von Katie Hillier, Looks von Sukeban-Mitgründerin und Kreativdirektorin Olympia Le-Tan und Nail Art von Mei Kawajiri. Dieser Abend bewies einmal mehr, dass Miami immer etwas Unerwartetes im Ärmel hat.
Slawn City von Slawn x Artifaxing
Der in London lebende Künstler Slawn tat sich mit Artifaxing für ein neues Projekt zusammen, das zeitgleich mit der Miami Art Week stattfand. Ziel der beiden war es, die Einstiegshürden in die Kunstwelt zu senken und zu zeigen, dass sie für alle offenstehen kann. Das Duo lancierte Slawn City, eine „Touristenfalle, die zum Art Shop wurde“, flankiert vom Slawntach Art Car, das für alle sichtbar durch die Straßen von South Beach tourte. Im Shop gab es Streetwear, skurrile Toys, ausgefallenen Nippes, Kunst und allerlei Kuriositäten.
Slawn City spiegelte Slawns Mischung aus Aufrichtigkeit und Sarkasmus mit einem Miami-Twist wider. Die begleitenden Kollektionen aus Apparel und Toys sind jetzt auch online zu kaufen – für alle, die es verpasst haben.
FENDI 100 Years
FENDI feierte in Miami Geburtstag. Zum 100-jährigen Jubiläum präsentierte das Haus eine sammelwürdige Designinstallation, die feminine Stärke mit italienischer Handwerkskunst in einer poetischen Inszenierung einzigartiger Objekte aus fünf italienischen Ateliers vereinte. Das Projekt wurde konzipiert von der argentinischen Designerin Conie Vallese und trug den Titel „Fonderia Fendi“.
Zu den Highlights der Schau zählte ein Trio pastellfarbener Vasen in „anice“-Blau, „sorbetto“-Gelb und Creme, mundgeblasen in Murano, Venedig, von Barovier & Toso mit skulpturalen floralen Applikationen. Wer eine davon ergattern konnte, darf sich unseres Neids sicher sein.
Saint Week
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Die soundbasierte Medienplattform Saint & Citizen inszenierte eine dreitägige kulturelle Übernahme mit Performances, Talks und Installationen – Saint Week war geboren. Nach dem erfolgreichen Debüt im vergangenen Jahr fiel die neue Edition noch größer und noch prominenter besetzt aus. Das Motto für 2025 lautete „The Living Originals“ und feierte die Kreativen, die Kultur gerade jetzt prägen. Zu den Highlights des Programms gehörte das Rap-Duo Clipse (Pusha T und Malice) mit einer konzeptuellen Performance, die Sound, Erinnerung und Installation verschmelzen ließ.
Ty Dolla $ign war für die Saint Sessions Live im Gespräch, während Solange Knowles und Saint Heron gemeinsam mit Chef Charlie Mitchell ein kulinarisches Erlebnis bei Saints Table kreierten. Abgeschlossen wurde die Reihe mit einer Afterparty, bei der Miguel und KWN. Dieses Line-up sorgte für massives FOMO – wir hoffen auf Runde drei im nächsten Jahr.
Cartier „Into the Wild“
Cartier präsentierte im Design District die Ausstellung „Into The Wild“ und schuf damit ein immersives Erlebnis rund um den ikonischen Panther des Hauses. Erstmals 1914 in der Cartier-Historie auf einem Uhren-Set erwähnt, wurde der Panther von Jeanne Toussaint neu belebt und lebt heute im Universum von Panthère de Cartier weiter. „Into the Wild“ entführte die Besucher:innen in die wilde Welt der Marke – durch fünf unterschiedliche Räume, in denen Originalkollektionen neben zeitgenössischen Stücken stehen, untermalt von filmischer Erzählweise und einer maßgeschneiderten Kunstinstallation.
In der immersiven Führung entdeckten Gäste Toussaints Vermächtnis und die Geschichte hinter über einem Jahrhundert an Panther-Kreationen. Luxuriös und geheimnisvoll zugleich – ein klares Highlight.
Jimmy Choo Installation mit Harry Nuriev
Jimmy Choo von Jeff Thibodeau
Jimmy Choo setzte seine kreative Partnerschaft mit Harry Nuriev, Gründer und Kreativdirektor von Crosby Studios, mit einer eindrucksvollen Installation fort, die in der Boutique im Design District enthüllt wurde. Die immersive Inszenierung verwandelte den Store in ein markantes Statement: ein gigantischer High Heel, der scheinbar durch den Raum brach. Die überlebensgroße 3D-Skulptur war eine Neuinterpretation des Signature-IXIA-Drop-Heel-Pumps der Marke, inszeniert in silbernem Chrom.
Neben dem überdimensionalen Schuh zeigte eine kuratierte Auswahl (normal großer) Pieces aus dem persönlichen Archiv von Kreativdirektorin Sandra Choi zu sehen. Ein Paradies für Carrie-Bradshaw-Fans – falls wir je eines gesehen haben.
Silencio im The Miami Beach Edition
Getty
Die Pariser Kult-Nightlife-Institution Silencio schaffte zum zweiten Mal den Sprung über den Atlantik ins Edition. Von David Lynch gestaltet und bekannt als Hotspot für Fashion-Week-Partys und Mega-Celebs, mangelte es der dreitägigen Übernahme im Basement des Miami Beach Edition nicht an Starpower.
Mit traumgleichen Interiors wurde die Location zu einem Ort, an dem Kunst, Kultur, Fashion und Musik kollidierten. Jede Nacht wurde von Persönlichkeiten aus der Kunstwelt mitkuratierte und zog ein internationales Publikum an – für ein Line-up, das DJ-Sets von Talenten wie The Dare und Yves Tumor, flankiert von unvorhersehbaren, avantgardistischen Momenten, bot. Silencio hielt den Einlass streng „invitation only“, um den Insider-Status zu bewahren – aber mit den richtigen Kontakten könnte man es durchaus hinein schaffen.

















