Wird Character Dressing unsere große Obsession 2026?

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Chanel, Gucci, McQueen, Duran Lantink, Ann Demeulemeester

Modetrendssind untrennbar mit Gefühlen verknüpft – und wenn uns dieses letzte Jahr voller Substacks und Running-Clubs eines gezeigt hat, dann, dass wir uns alle weiterhin nach Community und Zugehörigkeit sehnen. In der Mode signalisiert kaum etwas Zugehörigkeit stärker als eine Uniform, und je näher wir dem Start ins Jahr 2026 kommen, desto klarer zeichnet sich ab: Character Dressing steht ganz oben auf der Agenda.

Teilweise befeuert durch den Hype um Method Dressing (aka Jacob Elordis Frankenstein-Tour, Jenna Ortegas Wednesday-Staffel-zwei-Promo, und so ziemlich allem, was derzeit mit Marty Supreme zu tun hat), manifestiert sich diese Obsession mit bestimmten Subkulturen, Figuren und Uniformen in der Rückkehr von Matrosenmützen und Militärjacken – und ist inzwischen in Kampagnen und Kollektionen durchgesickert.

character dressing, Matrosenmützen, Military-Jacken, Subkulturen, Chanel New York Subway Show, Demna, Gucci Die Spring/Summer 2025-Saison leitete ein Sailorcore-Comeback ein, mit einem Überfluss an Breton-Streifen, Matrosenmützen und -krägen, die den Streetstyle der Fashion Weeks dominierten. Spulen wir vor zu Spring/Summer 2026 und Kollektionen wie Simone Rocha und Duran Lantinks Jean-Paul-Gaultierbestätigten die triumphale Rückkehr, indem sie Streifen und Matrosenmützen auf den Laufsteg brachten.

Zugegeben, Sailorcore war einst ein fester Bestandteil der JPG-DNA, und deshalb ist es nur logisch, dass es in Lantinks Debüt auftaucht – trotzdem werten wir es als klares Zeichen der Zeit.

character dressing, Matrosenmützen, Military-Jacken, Subkulturen, Chanel New York Subway Show, Demna, Gucci Ähnlich erlebten Militärjacken im vergangenen Jahr ein beeindruckendes Revival, nicht zuletzt befeuert durch den „Indie Sleaze“-Trend und den Stil von Celebrities wie Alexa Chung, Charli XCX und Jenna Ortega. McQueens jüngste SS26-Show trug definitiv ebenfalls dazu bei, ebenso wie Ann Demeulemeesters Kollektion jener Saison – ein Hinweis auf eine wachsende Faszination für Uniformen generell. Der Trend zu Militärjacken deutet außerdem darauf hin, dass vormals als „uncool“ geltende Hobbys wie Bandproben neu gelesen werden: als Inspirationsquelle und als Motor kollektiver Identität.

Demnas erste Kollektion als neuer Creative Director von Guccientwickelte dieses Community-Mindset weiter, indem sie eine Reihe von Gucci-„Charakteren“ präsentierte, die jeweils durch ihre ganz eigene Ästhetik und ihre Interessen definiert sind. Unter dem Titel „La Famiglia“ versteht sich die Kollektion als „Studie über die ‚Gucciness‘ von Gucci“ und erforscht, wie sich die Marke als Mindset manifestiert – mit ganz eigenen Kund:innen und Subkulturen, zu denen man gehören kann.

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Unsere immer präsenteren Online-Identitäten verstärken diese Verschiebung, denn die polarisierende Struktur von Apps wie TikTok und X sortiert uns in Gruppen wie „Fashion People“ oder „Non-Fashion People“ – Zugehörigkeit fast nur noch über unseren tatsächlichen Besitz. Je leichter es wird, online anhand deiner bevorzugten Stores, deiner Lieblingsbrands und deiner Suchhistorie deinen „Tribe“ zu finden, desto leichter kleidet man sich auch gleich – ob gewollt oder nicht.

Erweitert wurde diese Studie über Subkulturen von Matthieu Blazys jüngster Chanel-Kollektion und Runway-Show. Gezeigt als Teil der fortlaufenden Métiers-d’Art-Kollektion, versetzte die jüngste Show die Gäste in die New Yorker U-Bahn – und zeigte ebenfalls eine Vielzahl an Charakteren.

character dressing, Matrosenmützen, Military-Jacken, Subkulturen, Chanel New York Subway Show, Demna, Gucci Inspiriert von der vibrierenden Energie der Stadt und Gabrielle Chanels eigenen New-York-Erfahrungen zeigte die Kollektion unterschiedliche Typen der „Chanel-Frau“ durch die Linse klassischer Pendler:innen. Von Kunststudierenden bis Tourist:innen – die Kollektion sollte die Botschaft verstärken, dass „die New Yorker U-Bahn allen gehört. Jede*r nutzt sie: Es gibt Studierende und Gamechanger, Staatsmänner und Teenager“, wie es in den Show Notes der Marke heißt.

Vielleicht ist das ein unbewusstes Mittel, um gegen politische Spaltung und den wachsenden Hass in der Welt zu rebellieren. Vielleicht ist es aber auch einfach Ausdruck unseres Wunsches nach Zugehörigkeit – so oder so: Unsere Affinität zum Character Dressing wird uns, da sind wir uns sicher, im kommenden Jahr noch oft begegnen.

Hypebae Newsroom

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