Diese Bali-Designerinnen kreieren Boots für die ethische It-Girl-Generation
Von Bold-Sohle-Heels bis zu klassischen Mules – lerne das Design-Duo kennen, hinter dem sich die neue Schuh-Obsession der Fashion-Szene verbirgt.
Denk an das coolste Girl, das du kennst: Sie hat vermutlich ein PaarDirt Boots im Schrank – oder zumindest auf ihrer Wishlist. Das Schuhlabel wurde 2020 gegründet und ist in den angesagtesten Kreisen schnell zum Namen auf aller Lippen geworden. Mit mutigen, auffälligen Styles für alle Jahreszeiten hat Dirt deine Garderobe das ganze Jahr über im Blick – mit gerafften Stiefeln bis zum Knie und High-Heel-Flip-Flops.
Die Gründerinnen Andrea Norberg und Sarah Doyle haben das erfolgreiche Label von Grund auf aufgebaut – der Ausgangspunkt war ihre gemeinsame Liebe zum Design. Als sie ihre eigenen Prototypen im Freundeskreis zeigten, merkten sie schnell, wie gefragt ihre Entwürfe waren. So wurde Dirt geboren – und seitdem gab es für sie kein Zurück. Mit ethisch beschafften Materialien und einer limitierten Produktion ist Dirt die moderne Schuhmarke unserer Träume. Jedes Paar sticht aus der Masse heraus, und jeder Schritt erzählt eine Geschichte.
Fast sechs Jahre nach der Gründung ist Dirt in der Branche ein fester Begriff – und wächst weiter. Auf der Straße erkennt man ein Paar Dirt-Schuhe sofort: von der geriffelten Gummisohle der Range-Kollektion des Labels bis hin zum kunstvoll gerafften Schaft eines Kalbsleder-Boots. Inzwischen findest du Dirt in einigen deiner liebsten Stores – falls das Label bis jetzt nicht auf deinem Radar war, ist es das spätestens jetzt.
Name: Andrea Norberg und Sarah Doyle
Location: Zwischen Bali und London
Beruf: Co-Founderinnen von Dirt
Wir sind ursprünglich gar nicht mit der Absicht gestartet, ein Label zu gründen. Wir haben uns in Bali kennengelernt und sind über unser gemeinsames Interesse an Design zusammengewachsen. Indonesien hat zwar sehr hohe Einfuhrzölle, aber auch eine ausgeprägte Kultur kleiner, unabhängiger Handwerksbetriebe – ein super spannendes Umfeld für kreative Experimente. Wir sprachen darüber, dass es kaum Statement-Schuhe gibt, die in tropischer Hitze wirklich funktionieren – so entstand unser erster Entwurf: ein Paar Plateau-Flip-Flops im ’90s-Look aus leuchtenden Lederfarben. Freundinnen und Freunde fingen an, uns nach eigenen Paaren zu fragen – da haben wir gemerkt, dass es eine echte Nachfrage nach dem gibt, was wir machen.
Wie stark beeinflusst die balinesische Kultur eure Designs?
Unsere Hintergründe sind sehr unterschiedlich. Sarah ist in Westaustralien geboren und aufgewachsen und vor rund zehn Jahren nach Bali gezogen. Andrea ist halb Balinesin, halbSchwedin. Es sind unsere gesammelten Erfahrungen, die die Marke prägen – weniger ein einzelner Ort. Trotzdem hat Bali einen enormen Einfluss darauf, wie wir arbeiten. Das Leben dort ist viel entspannter als in klassischen Fashion-Metropolen, und die Marke in den ersten Jahren von einer Insel aus aufzubauen, hat enormen Druck genommen. So konnten wir Ideen viel organischer entwickeln, ohne das ständige Gefühl, mithalten oder konkurrieren zu müssen.
Vor ein paar Jahren haben wir die Produktion von Bali nach Guangzhou inChina, verlegt, um unsere Range-Sohle zu entwickeln. Balinesische Schuhmacherinnen und Schuhmacher arbeiten in der Regel nicht mit Gussformen oder technisch anspruchsvolleren Modellen, daher mussten wir für dieses Design woanders produzieren. China war geografisch für uns am sinnvollsten. Auch all unsere Leder werden dort bezogen, viele werden zusätzlich individualisiert oder von Hand veredelt, um bestimmte Texturen oder Used-Effekte zu erzielen.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in eurem Designprozess?
Einer der wichtigsten Aspekte in unserem Designprozess ist es, Schuhe zu kreieren, die Trends überdauern. Auch wenn unsere Designs mutig sind, sollen sich die Trägerinnen und Träger darin wohl und selbstbewusst fühlen – und Saison für Saison zu demselben Paar zurückkehren. Langlebigkeit ist der Schlüssel. Gleichzeitig achten wir sehr auf die Materialien, die wir einsetzen. All unsere Leder sind chromfrei, und wir produzieren nur in sehr kleinen Stückzahlen, um Überbestände zu vermeiden. Wenn die Marke weiter wächst, würden wir gern noch nachhaltigere Leder- und Gummialternativen erforschen.
Die Range Mules sind wahrscheinlich unser liebstes Essential. Es war der zweite Style, den wir mit der Range-Sohle entwickelt haben, und er wurde sofort zum Liebling unserer Kundschaft. Für uns ist er so etwas wie der Prototyp für das Produkt, für das Dirt stehen soll: vielseitig, saisonübergreifend und extrem easy zu stylen. Seit dem Launch haben wir das Modell in jeder Saison weitergeführt – und wir sehen nicht, dass sich das so bald ändert.
Habt ihr Pläne, in Zukunft über Footwear hinaus zu expandieren?
In den ersten Jahren haben wir viel mit unterschiedlichen Produktkategorien experimentiert. Die Marke war damals noch nicht so klar strukturiert, was uns Raum zum Ausprobieren gegeben hat. In unserem zweiten Jahr haben wir unseren Signature-Bikini gelauncht – und der kam bei unserer Kundschaft super an. Jedes Mal, wenn wir versucht haben, Swimwear rauszunehmen, um uns nur auf Footwear zu konzentrieren, gab es Gegenwind. Deshalb ist Dirt inzwischen ganz klar als Footwear-und-Swimwear-Brand positioniert. Es gibt definitiv Spielraum, in Zukunft noch mehr zu erkunden, aber im Moment konzentrieren wir uns darauf, das Bestehende weiter zu verfeinern. Kollaborationen mit Brands aus anderen Kategorien fühlen sich wie der natürliche nächste Schritt an.
In den kommenden Jahren wollen wir vor allem die technische Seite unserer Schuhe weiter schärfen. Komfort ist ein zentraler Bestandteil unserer Designs – und auch wenn unsere Modelle jetzt schon bequem sind, gibt es immer Spielraum nach oben. Außerdem freuen wir uns darauf, weitere Signature-Silhouetten zu etablieren. Die Zusammenarbeit mit einer Sales-Agentur im letzten Jahr hat uns neue Märkte und Retailer eröffnet – idealerweise findest du Dirt in fünf Jahren in noch mehr stationären Stores weltweit. Und vielleicht sogar in unserem eigenen Retail-Space!



















