Maria Grazia Chiuris Fendi-Debüt: Eine Liebeserklärung an emotionale Langlebigkeit
Zurück im Fendi-Atelier verzichtete die Designerin bewusst auf die schnelle Verführung der „Logorexie“ – und konzentrierte sich stattdessen auf das, was sie „Sartorial Regeneration“ nennt.
Fendi Herbst/Winter 2026 eröffnete mit einem Gefühl der Heimkehr bei derMailänder Fashion Week, als Maria Grazia Chiuriin das Haus zurückkehrte, in dem ihre Karriere einst Fahrt aufnahm. Kein Logo weit und breit, das um Aufmerksamkeit buhlt. Stattdessen präsentierte Chiuri, was sie „sartorial regeneration“ nennt – eine Abkehr vom unablässigen Trendkarussell hin zu etwas, das sie als emotionale Beständigkeit beschreibt. Mit anderen Worten: Ihr Fendi steht für Kleidung, die noch zählt, lange nachdem der Algorithmus weitergezogen ist.
Zu den Gästen der Show zählten unter anderem Uma Thurman, Dakota Fanning, Shailene Woodley, Jessica Alba, Kitty Cash, Iris Law und Markenbotschafter Bang Chan.
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Zu Beginn des kreativen Prozesses fragte sich Chiuri: „Was wäre, wenn die Botschaft nicht über die Brust gedruckt, sondern in die Machart selbst eingeschrieben wäre?“
Was sich daraufhin entfaltete, waren florale Stickereien, die sich mit beinahe obsessiver Präzision über Mäntel und Kleider zogen. Auch Pelz spielte eine Hauptrolle, erschien in mehrfarbigen, archaisch anmutenden Colorways, als wäre er für fiktive Figuren geschaffen. Während die Ästhetik an die geometrische Strenge der Wiener Secession erinnerte, wurde die Stimmung von einem zeitgenössischen Gefühl von Zugehörigkeit getragen, geprägt durch eine Zusammenarbeit mit SAGG Napoli. Diese Partnerschaft erdete Spitzen-Slips und transparente Abendkleider mit einer präzisen, modernen Perspektive auf die Identität des Hauses.
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Die Accessoires erzählten ihre ganz eigene Geschichte – und natürlich gab es eine neue Ladung frisch aufgelegter Fendi Baguettes zu bewundern, diesmal in Zebra- und Tigerprints. Anderswo wurden Blazer mit diagonalen Knebel-Riegeln geschlossen, die an Geschirre erinnerten, ohne den Verweis allzu direkt zu machen, und Pelzkrägen setzten verspielte, zugleich raffinierte Akzente.
In einer Zeit, in der Mode sich oft beliebig und wegwerfbar anfühlt, ist Chiuris Ansatz simpel und überraschend radikal. Begehren, das in Handwerk und Hingabe verwurzelt ist, bleibt – und wir können es kaum erwarten, weiterhin zu beobachten, wie sich ihre Handschrift entwickelt.
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