Diese Ausstellung zeigt, wie sich Wissenschaft und Pornografie kreuzen – mit all ihren Chancen und Risiken
Wir haben einen exklusiven Blick hinter die Kulissen von Maja Malou Lyses Film geworfen, der auf der Venice Biennale präsentiert wird.
Diese Ausstellungerlotet, wie Wissenschaft, Fiktion und Pornografie ineinander greifen – inspiriert von Forschungsergebnissen, die nahelegen, dass der Kontakt mit virtuellen sexuellen Reizen die Beweglichkeit von Spermien erhöhen kann. Bilder beeinflussen nicht mehr nur unsere Fantasie, sie dringen auch in den biologischen Bereich vor. Wie also kann diese Art von Bildwelt sich aus einer toxischen Sphäre hin zu einem Heilmittel verwandeln?
Die Danish Arts Foundation präsentiert Things To Come, eine Ausstellung von Maja Malou Lyse, die jüngste Kunstschaffende, die jemals Dänemark auf der Venedig-Biennale. Kuratiert von Chus Martínez, handelt es sich um ein visionäres Werk, das sich mit dem weltweit dokumentierten Rückgang der männlichen Fruchtbarkeit auseinandersetzt. Things To Come beleuchtet die paradoxe Rolle zeitgenössischer Medien als Gift und Gegengift zugleich und fragt, wie diese Systeme unsere Zukunft(en) prägen.
Die Präsentation versteht den dramatischen Rückgang der Spermienzahl nicht nur als biologische Krise, sondern als Spiegel eines umfassenderen zivilisatorischen Zerfalls. Zwischen Bildschirmsucht, Umweltzerstörung und dem Schwinden von Intimität stehen wir einer Gesellschaft gegenüber, in der sich Fortpflanzung und Beziehungen rasant verändern.
Die Ausstellung manifestiert sich als groß angelegte Videoinstallation mit einer sinnlichen wie konzeptuellen Perspektive, in der erotische Bildwelten, wissenschaftliche Rationalität und spekulative Erzählungen ineinanderstürzen. In einer Ära von KI-generierten Inhalten und grenzenlosem Zugang zu Pornografie heißt es in den Ausstellungstexten: „Der Film spekuliert weniger über die Zukunft des Sex, als dass er an ihrer Schwelle verweilt: ein letzter Tanz – eine Ode an Pornostars und an eine fragile Idee von Menschlichkeit, die leise aus dem Blick zu geraten scheint.“
Gemeinsam vertiefen Künstlerin und Kuratorin Lyses kontinuierliche Erforschung dessen, wie Bilder auf Körper und Welt wirken – und damit auf die Zukunft der Menschheit. Wir durften vorab einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Films werfen, bevor er in diesem Jahr auf der Venedig-Biennale präsentiert wird. Die eindrucksvollen Filmstills seht ihr oben.
Kuratorin Chus Martínez erklärt: „KI-generierte Bilder dienen längst nicht mehr als Beweis für irgendetwas, da sie von ihrem materiellen Ursprung abgekoppelt sind. Man stelle sich also die Überraschung von Maja Malou Lyse vor, als sie erfuhr, dass das Ansehen von Pornografie via VR-Technologie die männliche Fruchtbarkeit um bis zu 50 % steigert, wie aktuelle Studien nahelegen. Fruchtbarkeit, Zukunft und Pornografie werden so tief ineinander verwoben.“
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