Lern die Künstlerin kennen, die „The Sims“ in großes Kino verwandelt
Anastasia Kokoshka hat sich in einem der beliebtesten Games der Welt ihr eigenes Universum erschaffen – und nimmt uns alle mit auf die Reise.
Wenn du The Sims, magst, bist du wahrscheinlich schon einmal über eines der Videos von Anastasia Kokoshka gestolpert. Mit herzerwärmenden, nostalgischen Momentaufnahmen aus dem Alltag und spannungsgeladenen Thrillern, bei denen du bis zur Kante deines Handybildschirms mitfieberst, hat die multidisziplinäre Künstlerin das Spiel zu ihrer Leinwand gemacht.
Ihre Kunstentfaltet sich im gesamten The Sims-Universum und lotet die Grenzen dessen aus, was das Spiel kann. Von klassischen Townie-Cosplays über Nachbildungen aus Polymer-Ton bis hin zu lebensgroßen Skulpturen der ikonischen Kuhpflanze fand Kokoshka früh ihre Nische – und sorgt bis heute dafür, dass ihr Publikum nie genug bekommt.
Aus einem Academy-Award-würdigen Film ein Videospiel aus den frühen 2000ern zu zaubern, ist an sich schon eine Leistung – aber ein Blick in die Kommentare unter ihren Videos zeigt, warum sie so geliebt werden. „Meine Lieblingsserie läuft“ ist eine Standardreaktion auf ihre Kreationen, bei denen viele Handlungsstränge ineinanderfließen und das nie endende „kokoshkapino“-Universum erschaffen.
Wir haben mit Kokoshka über ihre Beziehung zu The Sims, den Entstehungsprozess ihrer viralen Videos und das Potenzial für eine Karriere im Film gesprochen. Scrolle weiter, um das komplette Gespräch zu lesen.
Wann hast du angefangen, The Sims zu spielen?
Ich habe angefangen, The Simsschon als Kind zu spielen, direkt als das allererste Spiel herauskam. Ich war etwa sieben oder acht Jahre alt. Meine beste Freundin kaufte sich die Spieledisc und wir verbrachten stundenlang gemeinsam davor. Dieses magische Gefühl weiß ich noch ganz genau – ich war besessen von Barbie und Tamagotchis, deshalb fühlte sich The Sims für mich an wie lebendige Puppen.
Deine Kunst hat viele verschiedene Formen. Wie hast du begonnen, mit unterschiedlichen Medien zu experimentieren?
Ich bin in einer Künstlerfamilie aufgewachsen, Kreativität in all ihren Facetten war also schon immer Teil meines Lebens. Angefangen habe ich mit Zeichnen und Design, später habe ich die Bildhauerei für mich entdeckt. Ich liebe es, Neues auszuprobieren und meine Fähigkeiten über verschiedene kreative Ausdrucksformen zu erkunden – Nähen, Stricken, Puppen-Customizing. Wann immer ich online etwas Schönes sehe, inspiriert es mich, es selbst auszuprobieren. Ich genieße den Prozess, meine Fähigkeiten zu verfeinern und zu sehen, wie mein handwerkliches Können wächst.
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Warum hast du The Sims als Schwerpunkt deiner Kunst gewählt?
The Sims ist meine Hauptquelle der Inspiration. Ich habe das Gefühl, dass es meine Liebe zu Design und Ästhetik geprägt hat. Mein Leben ist ein Mix aus Realität und diesem Spiel. Wann immer ich draußen ein schönes Haus oder eine schöne Straße sehe, stelle ich mir sofort vor, wie ich sie in The Sims nachbauen würde und wer dort leben könnte. Egal, was ich tue, The Sims bleibt ein unverzichtbarer Teil meiner Welt. Für mich ist es ein eigenes Universum.
Wie gehst du vor, wenn du ein neues Video erstellst?
Ich lebe einfach und beobachte die kleinen Momente um mich herum. Manche Ideen kommen aus dem Alltag oder aus persönlichen Erfahrungen, andere aus Filmen oder sogar zufälligen Bildern. Manchmal entsteht eine Storyline, während ich Musik höre. Dann öffne ich das Spiel, baue die Schauplätze und lasse meiner Fantasie freien Lauf – ohne starre Regeln oder Drehbücher.
Manchmal handeln die Sims von selbst, und wenn es sich richtig anfühlt, lasse ich diese Momente im finalen Schnitt. Ein anderes Mal wiederhole ich dieselbe Aktion unzählige Male, um die perfekte Einstellung zu bekommen. Ich weiß nie ganz genau, wie ein Video am Ende aussehen wird – die Geschichten entfalten sich unterwegs. Ich sehe zum Beispiel eine Leiter und denke: „Es wäre cool, einen Teenager-Sim beim nächtlichen Ausbüxen zu filmen.“ Und plötzlich wird daraus eine Story über eine Teenie-Clique, die an einem verlassenen Pool abhängt – obwohl ich das Haus ursprünglich für ein älteres Paar gebaut und etwas völlig anderes geplant hatte.
Deine Videos sind unglaublich cineastisch. Was ist das Geheimnis eines „kokoshkapino“-Videos?
Ich glaube, es liegt daran, wie ich meine Videos sehe – nicht nur als etwas, das man anschaut, sondern als etwas, das man fühlt. Mir ist es wichtig, eine Stimmung zu transportieren, ob verstörend oder nostalgisch. Ich achte sehr auf kleine Details, und gemeinsam erzeugen sie dieses filmische Gefühl.
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Woher nimmst du die Inspiration für neue Storylines?
Mein Leben ist meine größte Inspirationsquelle. Die Liebe und Unterstützung um mich herum geben mir Kraft und liefern mir Ideen für meine Geschichten. Mich ziehen Alltagsdetails magisch an – selbst die schlichtesten Momente fühlen sich für mich bedeutungsvoll und faszinierend an. Mir wird nie langweilig.
Wahrscheinlich liebe ich deshalb The Sims 2 bis heute so sehr. Es wirkt für mich nie altmodisch. Das Spiel ist voll von kleinen, charmanten Animationen, die den Alltag wunderschön widerspiegeln – das Kind mit einem Gute-Nacht-Kuss ins Bett bringen, im Schlaf kuscheln, die Morgenzeitung lesen, Fenster putzen oder im Regen in Pfützen springen.
Ist Drehbuchschreiben etwas, das du irgendwann gerne ausprobieren würdest?
Ich würde wahnsinnig gern irgendwann einmal Drehbücher schreiben – oder sogar einen Kurzfilm machen. Es wäre großartig, diese Richtung zu erkunden. Einmal habe ich eine kleine Kindergeschichte für meinen Mann geschrieben und sie ihm als Buch geschenkt. Vielleicht erschaffe ich eines Tages etwas Ähnliches, das ich mit einem größeren Publikum teilen kann.
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Welches ist dein Lieblingsvideo, das du bisher gemacht hast?
Es fällt mir wirklich schwer, nur ein einziges Video auszuwählen, weil ich mein Herz in jedes einzelne stecke und diese Geschichten wirklich mit-lebe. Jedes Video spiegelt meine Stimmung, meine Emotionen, meinen mentalen Zustand wider. Es ist ein bisschen wie mit Düften – man riecht etwas und wird sofort in einen bestimmten Moment seines Lebens zurückversetzt.
Von meinen neueren Arbeiten würde ich wahrscheinlich das Video hervorheben, in dem zwei Vampir-Liebende gemeinsam durch verschiedene Epochen reisen, unterlegt mit „It’s No Good“ von Depeche Mode. Die Arbeit daran hat mir unglaublich viel Freude gemacht. Ich liebe Depeche Mode, und dieses Lied trug diese Geschichte immer schon in meinem Kopf. Es war unfassbar erfüllend, sie endlich durch The Sims zum Leben zu erwecken.



















