Seit wann ist Skincare so fischig?
Wir haben Expert*innen gefragt, warum fischbasierte Inhaltsstoffe plötzlich überall in der Hautpflege stecken.
Ob wir uns nun Lachssperma ins Gesicht spritzen lassen oder Sardinen essen, um einen strahlenden Teint zu bekommen, Skincare steckt zweifellos in ihrer fischigen Ära. Doch jenseits der angesagten, von den Kardashians gepushten Facials und des offensichtlichen TikTok-Rage-Baits sind fischbasierte Inhaltsstoffe nach Aussage von Dermatolog:innen weit mehr als nur gehypte, überdrehte Marketing-Gimmicks – sie sind ein wirksamer, wissenschaftlich belegter Weg, um regenerative Effekte zu nutzen.
Da Skincare-Fans immer stärker auf Wirksamkeit statt Spielereien achten, ist es nur logisch, dass es eine gewisse Skepsis gegenüber fischigen Produkten gibt. Begriffe wie „Kaviarextrakt“ und „Lachs-DNA“ mögen unbewusst Alarmglocken läuten lassen, doch Skin-Expert:innen sagen, dass der aktuelle Trend zu fischbasierten Inhaltsstoffen vielmehr auf einen generellen Shift hin zu Inside-Out-Skincare-Praktiken hindeutet.
@a.closmain Mein liebstes Skincare-Essen. Knusprige Lachshaut. Omega-3 für die Skin-Barrier, Protein zur Kollagen-Unterstützung 🍣 40 Min bei ca. 200 °C, kein Öl, nur Salz und Pfeffer💫 #glowingskin #collagen #salmon #omega3 ♬ som original – 𝚜𝚕𝚘𝚠𝚡🎧
“„Konsument:innen stehen Zutatenlisten, die synthetisch klingen, zunehmend skeptisch gegenüber“, erklärt die zertifizierte Dermatologin Allison Leer gegenüber Hypebae. „Gleichzeitig sind fischbasierte Inhaltsstoffe strukturell Verbindungen ähnlich, die in der menschlichen Haut vorkommen. Das ist wichtig, denn je näher ein Skincare-Inhaltsstoff an dem ist, was die Haut ohnehin produziert, desto größer ist das Potenzial für eine wirklich relevante Wechselwirkung.“
Ähnlich äußert sich die zertifizierte Dermatologin Dr. Annette Czernik und stellt fest, dass fischbasierte Wirkstoffe Hautzellen auf eine Weise stimulieren können, wie es andere Inhaltsstoffe nicht schaffen, „Salmon PDRN beispielsweise wirkt auf Zellebene, repariert und regeneriert Gewebe – ein völlig anderer Mechanismus als etwa Hyaluronsäure, die in erster Linie Feuchtigkeit bindet.“ Indem sie die Lücke zwischen natürlich vorkommenden Wirkstoffen und klinischen Ergebnissen schließen, reparieren marine Inhaltsstoffe die Haut weit über bloßen Oberflächen-Glow hinaus.
@songofskin Salmon DNA ist mein 🙌🏻💫 Favorit für Babyhaut #salmondna #koreanskincare #salmon #pdrn #skincare #cream #heveblue #skincareroutine ♬ original sound – tos💗
Neben der Zellreparatur befeuern Inhaltsstoffe wie PDRN auch unsere aktuelle Obsession mit wissenschaftlich fundierter Skincare. „Für Konsument:innen liegt der Reiz im Biohacking-Faktor. Die Idee dahinter: Mit DNA-Fragmenten die Haut dazu anzuregen, sich jünger zu verhalten und schneller zu heilen. Der ungewöhnliche Ursprung dieser Inhaltsstoffe verstärkt die Faszination – es fühlt sich an wie ein spezialisiertes Hightech-Geheimnis aus der Welt der professionellen Dermatologie und Langlebigkeitsforschung“, erklärt die Kosmetikchemikerin und Skin-Biologin Dr. Shuting Hu sagt.
Während marine Biotechnologie immer stärker in den Fokus rückt, sehen Expert:innen einen klaren Wandel von präventiver hin zu regenerativer Skincare. Auch wenn Fachleute vermuten, dass der Neuheiten-Hype um fischige Inhaltsstoffe irgendwann abflachen wird, sind viele überzeugt, dass die Reparaturfähigkeiten fischbasierter Wirkstoffe bedeuten, dass sie alles andere als ein kurzlebiger Trend sind. „Verpackungen und Buzzwords mögen wechseln, aber der Fokus auf Nährung, Repair und Healthy Aging bleibt definitiv bestehen“, sagt die staatlich geprüfte Facialist Shantani Smith-Pannell weiter.


















