Kristin Juszczyk über Daunenjacken, Hockey und die neue Team-USA-Kollektion von Off Season
Von NFL-Puffern bis auf die Piste: Off Seasons erste Team-USA-Kollaboration ist jetzt schon ein Volltreffer für alle Fashion-Fans der Brand.
Kristin Juszczyk hat in der Sportwelt eine modische Revolution ausgelöst. Athlet:innen verändern seit Jahren das Spiel, arbeiten mit angesagten Stylist:innen und inszenieren sich an Spieltagen im Stadiontunnel wie auf dem Runway – doch bis Juszczyk kam, blieben die Fans styletechnisch außen vor.
Mit dem Launch von Off Season im Jahr 2025 ist sie im Handumdrehen zu einer der wichtigsten Trendsetterinnen für Game-Day-Looks geworden. Mit einer Vielzahl an Collabs und Lizenzen im Portfolio – von der NFL und NBA bis hin zur frisch gedroppten Team-USA-Kollektion – sorgt Juszczyk dafür, dass auch die Fans modisch ganz vorne mitspielen.
Wir haben mit Juszczyk über ihre erste Team-USA-Kollektion für die Olympischen Winterspiele 2026, die Inspiration hinter ihren Designs und die Wettbewerbe gesprochen, auf die sie sich in Milano Cortina am meisten freut.
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Wann hast du mit Fashion-Design angefangen?
Ich bin erst später im Leben zum Design gekommen. Ich habe Mode und Kleidung schon immer geliebt, aber ich bin nicht klassisch ausgebildet. Ich war nie auf einer Modeschule. Ich habe tatsächlich einen Business-Abschluss gemacht – und erst nach dem Studium habe ich mich in das Nähen verliebt. Ein paar Jahre nach dem Abschluss war ich ständig bei den Spielen meines Mannes, aber ich fand einfach nichts, was ich wirklich anziehen wollte.
Für mich wirkten die Optionen total begrenzt, und das, was ich tragen wollte, gab es schlicht nicht. Also bin ich eines Tages auf YouTube gegangen, habe mir das Nähen beigebracht, mir eine Nähmaschine gekauft, Tutorials geschaut – und von da an nahm alles seinen Lauf. Es war eine unglaubliche Journey, die aber damit begann, dass ich etwas wollte, das es nicht gab, und mir klar wurde: Die einzige Option ist, es selbst zu kreieren.
Kannst du mich durch den Designprozess für diese Kollektion führen?
Diese Kollektion ist so ikonisch, und wir sind unglaublich stolz darauf – vor allem, weil uns das Vertrauen von Team USA unendlich viel bedeutet, gerade weil wir ein Startup und eine junge Brand sind. Ich finde, das zeigt die Integrität der Marke und wie ernst wir diese Collabs und Lizenzen nehmen. Wir haben bei der Kollektion mit den klassischen Farben Rot, Weiß und Blau begonnen und wollten sicherstellen, dass sich alles sehr amerikanisch anfühlt. Das Ganze entspringt einem starken Gefühl von Stolz. Wenn du diese Kollektion trägst, wenn du Team USA trägst, trägst du sie mit echter Ehre.
Darauf wollten wir aufbauen und unseren typischen Off-Season-Twist hinzufügen – etwas, das auffällt, aber gleichzeitig funktional bleibt. Uns war wichtig, dass die Pieces dich warm halten und du dich wirklich wohl darin fühlst. Wir haben diese Kollektion ganz bewusst für alle designt: egal, ob du nach Mailand reist, zu den Spielen gehst oder sie von zu Hause aus verfolgst.
Als du Off Season gelauncht hast, hättest du dir damals vorstellen können, einmal mit Team USA zusammenzuarbeiten?
Es ist witzig, weil ich eigentlich ja und nein sagen muss. Ich bin ein absoluter Träumer und möchte mir selbst nie ein Limit setzen und behaupten, ich hätte davon nie geträumt – denn ich habe große Träume und glaube wirklich an diese Brand. Ich glaube an mich selbst und an alle, mit denen ich arbeite. Deshalb ist es eine riesige Ehre, aber von genau solchen Collabs habe ich tatsächlich schon immer geträumt.
Was ist dein Lieblingspiece aus der Kollektion?
Ich liebe sie alle – es ist, als müsste man sein Lieblingskind auswählen. Ich liebe unsere Puffers, weil sie einfach der klassische Off-Season-Style sind, und ich feiere, dass unsere Brand gerade ihren Signature-Look entwickelt. Man erkennt sofort, wenn etwas Off Season ist. Unsere Puffers sind für mich wirklich ein Highlight, aber ich weiß, dass der Sherpa-Quarter-Zip ein absoluter Crowd-Favorite ist, und auf das Design sind wir auch mega stolz. Er wirkt fast ein bisschen vintage, der Stoff ist so butterweich, aber unsere Pufferjacken werden immer meine Favoriten bleiben – sie sind einfach die OGs.
Was sind deine größten Inspirationsquellen beim Design?
Meine Inspiration für Off Season kommt von Game Days und dem Gefühl, Fan zu sein. Damit hat diese ganze Brand angefangen. Ich gehe zu allen NFL-Spielen meines Mannes und schaue immer in die Ränge, was die Leute tragen und wo Potenzial liegt. So kam ich auf die Idee für die Jacken mit den Namen und Nummern der Spieler. Ich habe so viele Menschen gesehen, die in der Kälte ihre Jerseys über dicken Jacken trugen. Ich dachte mir, es müsste doch eine Jacke geben, mit der du deinen Lieblingsspieler repräsentieren kannst, ohne dich eingeengt zu fühlen.
Der Spirit von Game Days inspiriert mich total – egal ob in der NFL, der NBA oder bei den Olympics. Gleichzeitig inspirieren mich Alltagslooks, Trends und Runway-Styles, aber auch das, was Menschen einfach im Alltag tragen. Ich hatte immer das Gefühl, dass in der Verbindung von Fashion und Sport ein riesiges Potenzial steckt – und gerade jetzt verschmelzen beide Welten perfekt. Es fühlt sich an, als wäre genau jetzt unsere Zeit.
Du hast inzwischen mit mehreren Ligen und Teams kollaboriert – was wäre deine absolute Traum-Collab?
Für uns ist es vor allem wichtig, möglichst viele Fanbases zu erreichen – und das beginnt mit den Ligen, mit denen wir bereits arbeiten. Weil wir ein Startup sind, konnten wir noch nicht alle Teams in jeder dieser Ligen abdecken. Ich finde es extrem wichtig, dass wir zuerst richtig laufen lernen, bevor wir rennen, und dass wir wirklich jedes einzelne Team erreichen, zu dem wir Zugang haben. Das Ziel ist auf jeden Fall, irgendwann alle NFL-Teams, die komplette NBA und die komplette WNBA abzudecken. Das wäre der absolute Traum.
Deine Designs haben massiv beeinflusst, wie sich Fans heute kleiden. Wie blickst du auf den immer modebewussteren Game-Day-Style?
Ich glaube wirklich, dass es ein kultureller Shift ist – und der kommt auch von den Spieler:innen selbst. Die Welt ist besessen von Tunnel-Fits, und dahinter steckt die Haltung: Look good, feel good, play good. Dieses Mindset überträgt sich auf die Tribünen und in den Alltag. Ich würde nie in ein Meeting gehen, ohne mich in meinem Look gut zu fühlen. Das gibt mir Selbstbewusstsein – und genau so ist es auch an Game Days. Du willst dich top fühlen, um top performen zu können, und das gilt genauso für Fans.
Fans fühlen sich genauso sehr Teil des Sports wie die Spieler:innen und sind mindestens ebenso emotional investiert. Fashion und Sport prallen gerade auf die bestmögliche Art aufeinander. Sport hat die Mode schon immer beeinflusst – Menschen tragen Jerseys längst das ganze Jahr über –, und wir versuchen genau diese Energie verstärkt in die Womenswear zu bringen.
Worauf freust du dich bei den Winter Olympics am meisten?
Wir haben tatsächlich einen engen Freund, der Eishockey spielt, deshalb werden wir auf jeden Fall einschalten und ihn anfeuern. Am meisten freue ich mich aber immer auf alle Eiskunstlauf-Events – das ist jedes Mal mein Highlight. Ich bin selbst mit Tanz aufgewachsen, und zu sehen, wie diese unglaublichen Athlet:innen solche wahnsinnigen Bewegungen und Choreografien aufs Eis bringen, ist jedes Mal aufs Neue atemberaubend.
Wo siehst du Off Season in fünf Jahren?
Ich habe viele große Träume für Off Season, aber am meisten wünsche ich mir, weiterhin in Stadien zu gehen und Fans in unserer Brand zu sehen. Das war immer mein größter Traum, und es ist jedes Mal ein richtiger „Pinch-me“-Moment. Jedes einzelne Mal, wenn ich in ein Stadion komme und jemanden in Off Season sehe – mit all der Arbeit im Hinterkopf, die in diesen Moment geflossen ist –, bedeutet mir das unglaublich viel. Ich hoffe, dass wir die Grenzen dessen, was Fans zu Spielen tragen, immer weiter verschieben und ihnen Designs und Silhouetten bieten, die nicht einfach nur Copy-Paste vom Vorjahr sind. Mein Ziel ist es wirklich, Fashion in den Sport zu bringen und es jedes Jahr neu und fresh wirken zu lassen – und ich hoffe, dass wir genau so weiterwachsen können.


















