Rauchen, Stripper:innen, eine OnlyFans-Kollaboration und einige echte britische Persönlichkeiten … das kann nur Natasha Zinko sein. Für ihre Show zur Frühjahr/Sommer-Saison 2027 verwandelte die Marke herrlichstes Chaos und puren Rock ’n’ Roll in eine energiegeladene Performance, die weit mehr war als bloß eine Laufstegshow.
Was passiert also, wenn man weiß, dass alle zuschauen? Für Frühjahr/Sommer 2027 machte Zinko aus dieser Frage ein Spiel mit Performance, Überwachung und Selbstinszenierung. Die Kollektion mit dem Titel „Pay Per View“ untersucht, was geschieht, wenn uns ständig bewusst ist, dass wir ein Publikum haben – ob online, auf der Bühne oder direkt vor uns sitzend.
Inspiriert von Michel Foucaults Schriften zum Panoptikum setzte Zinko die Idee in einem ehemaligen brutalistischen Theater um. Models, Musiker:innen, Performer:innen und Kultfiguren besetzten einzelne Fenster auf zwei Ebenen und tauchten in zufälligen Lichtblitzen auf. Mit dabei waren Katie Price, Kelly Osbourne und die Hypebae-Redakteurin Navi Ahluwalia, die jeweils ihre eigenen Requisiten und Personas mitbrachten.
Auf dem Laufsteg wurden vertraute Archetypen bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Fetischmode traf auf Clubwear, Theaterkostüme und persönliche Schutzausrüstung, während transparentes Latex, Satin, Leder und tief auf der Hüfte sitzende Silhouetten Alltagsuniformen in etwas Befremdliches verwandelten. Ein von der Matrosenuniform inspirierter Look kam mit rückenfreiem Neckholder und einer posebereiten Haltung für die Kameras daher, während Korsett-Entwürfe zu überzeichneten, wulstigen Formen gepolstert waren. Auch Geld wurde zu einem wiederkehrenden Motiv: Winzige Portemonnaies waren demonstrativ am Körper platziert. Ein mit Rosen bedecktes Minikleid aus Blumen, die Zinko zu Hause hatte verwelken lassen, verlieh dem Ganzen eine romantischere Form des Verfalls.
Trotz des Kommentars zu Überwachung und monetarisierter Aufmerksamkeit wirkte „Pay Per View“ nie übermäßig ernst. Ganz im Stil von Zinko hatte die Kollektion Spaß daran, beobachtet zu werden – und sorgte dafür, dass es reichlich zu sehen gab.
Einige der Looks seht ihr oben; mehr gibt es auf der Website der Marke.
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