Für Sasha Keable war das vergangene Jahr von enormem Auftrieb geprägt. Nach einer Nominierung für BBC Radio 1 Sound of 2026, einem Tiny-Desk-Auftritt bei NPR sowie Nominierungen bei den BRITs und MOBOs beginnt für die Singer-Songwriterin aus Süd-London ein neues Kapitel. Ihr Fokus liegt jedoch weiterhin ganz auf der Musik. Keable ist im R&B verwurzelt und möchte Musik machen, die sich „gelebt und echt“ anfühlt. Genauso wichtig ist es ihr, Künstler*innen, die zeitgleich mit ihr ihren Weg gehen, Raum zu geben.
Genau dieser Gedanke steht im Zentrum ihrer Partnerschaft mit Ruby Hotels und deren neuer Live-Musikreihe „Dive in with Ruby“, die aufstrebende Talente ins Rampenlicht rückt. Nachdem Keable die Reihe mit einem intimen Auftritt im Ruby Zoe in Notting Hill eröffnet hat, wird sie für ein geheimes Set eine*n Newcomer*in auswählen. So bekommt das Publikum die Chance, diese Person zu entdecken, bevor der große Durchbruch kommt.
Wir haben mit Keable über ihr turbulentes Jahr gesprochen, über die Kraft intimer Auftritte, die britischen Künstler*innen, die sie gerade auf dem Radar hat, und darüber, warum es wichtig ist, der nächsten Generation Türen zu öffnen. Lesen Sie hier das vollständige Interview.
Wie würdest du deinen Sound Menschen beschreiben, die dich noch nicht kennen?
Ich bin ein R&B-Girl und folge dem, was sich im Moment richtig anfühlt – und R&B fühlt sich richtig an. Gesang und Harmonien sind mein Ding. Aber wenn ich nicht an das glaube, was ich singe, wozu dann das Ganze? Die Musik soll sich gelebt und echt anfühlen.
Du hattest mit Nominierungen für die BRITs und MOBOs ein bedeutendes Jahr. Verändern solche Momente deinen Blick auf die nächste Phase deiner Karriere, oder konzentrierst du dich einfach auf die Musik selbst?
Es ist ehrlich gesagt verrückt. So etwas ist riesig, und ich versuche, mir wirklich zu erlauben, es zu genießen. Aber es ändert nichts daran, warum ich das alles mache. Wenn überhaupt, vertraue ich dadurch noch mehr auf mein Bauchgefühl und bleibe bei dem, was sich nach mir anfühlt. Ich mache lieber etwas Echtes, das wirklich nach mir klingt, als dem hinterherzulaufen, was ich als Nächstes angeblich tun sollte.
Was sollen Menschen beim ersten Hören deiner neuen Musik fühlen oder daraus mitnehmen?
Ich möchte, dass die Menschen etwas fühlen. Meine Musik ist persönlich, deshalb steckt viel Unverfälschtes darin, aber sie hat auch Biss. Wenn jemand darin etwas hört, das die Person selbst schon gefühlt, aber nie laut ausgesprochen hat, ist das für mich das Beste.
Dein jüngster NPR-Tiny-Desk-Auftritt war großartig. Was hat dieses Setting aus dir herausgeholt, was eine klassische Bühne vielleicht nicht könnte?
Tiny Desk war ein echter Moment, in dem sich ein Kreis geschlossen hat. Mein Vater hat es mir vor Jahren gezeigt, deshalb war es surreal, tatsächlich dort zu sein. Nach Jahren, in denen ich davon geträumt hatte, war das Beste, wirklich dort zu stehen. Man ist ganz nah dran, es gibt keine riesige Produktion, hinter der man sich verstecken kann. Entweder es schafft Verbindung oder eben nicht.
Diese Intimität war auch ein wichtiger Grund, warum es mich gereizt hat, als Auftakt-Act der Reihe „Dive in with Ruby“ aufzutreten. Im Ruby Zoe Hotel ist man nah genug dran, um wirklich zu sehen, wer im Raum ist, ihre Energie zu spüren und die Reaktionen der Fans zu erleben. Ich liebe es, so aufzutreten.
Welche Künstler*innen aus dem Vereinigten Königreich begeistern dich gerade und sollten deiner Meinung nach mehr Menschen auf dem Radar haben?
Ich muss immer Cari erwähnen – ich liebe, was sie macht, und die Musik, die sie veröffentlicht! Hört euch „The Dealer!“ an! Und auch EJ Ross – streamt seine Musik!
Es ist wichtiger denn je, neueren Künstler*innen eine Plattform und Unterstützung zu geben: Es ist hart da draußen, und wir müssen einander den Rücken stärken. Das hat mich auch zu „Dive in with Ruby“ hingezogen. Die zweite Show findet nächste Woche am selben Ort statt und präsentiert jemanden Besonderen – wer es ist, bleibt jedoch bis zum Abend geheim.
Im Vereinigten Königreich erscheint gerade so viel gute Musik. Ich liebe es, wenn Menschen jemanden in einem intimen Rahmen entdecken können, bevor alle anderen auf diese Person aufmerksam werden. Wenn die Leute danach mehr über sie wissen wollen, ist das für mich ein Erfolg.
Du hast darüber gesprochen, wie wichtig es ist, aufstrebende Talente zu unterstützen. Gab es zu Beginn deiner Karriere einen Moment, in dem dir jemand auf diese Weise geholfen hat?
Es gab auf meinem Weg definitiv Menschen und Momente, in denen es einen Unterschied gemacht hat, dass jemand an mich geglaubt oder mir eine Chance gegeben hat. Ich liebe dich, Katy B! Und auch dass Beyoncé mich erwähnt hat, war mir unglaublich wichtig!
Wenn man am Anfang steht, reicht Talent allein nicht immer aus. Manchmal braucht es jemanden, der einem eine Chance gibt, einen in den richtigen Raum bringt oder einem den Rücken stärkt, während man selbst noch versucht, alles herauszufinden. Ich glaube, das bleibt einem. Jetzt, da ich in der Position bin, jemand anderem eine Tür zu öffnen, möchte ich das ebenfalls tun. Es ist Platz für alle da.
Was können wir in Zukunft von dir erwarten?
Definitiv mehr Musik und mehr Live-Shows. Ich bin gerade in einer verrückten kreativen Phase und lasse mich einfach darauf ein, statt mir Gedanken darüber zu machen, wie das nächste Kapitel aussehen sollte.
Ich möchte mich einfach weiter herausfordern, weiter live spielen und Musik machen, die ehrlich davon erzählt, wo ich gerade stehe. Das ist alles, was mir wichtig ist.