Kommt die Beauty-Welt an KI noch vorbei?
Beauty-Fans werden immer skeptischer.
KI dringt langsam in jeden Bereich unseres Lebens vor. Für Beauty-Fans heißt das: Künstliche Intelligenz spielt eine entscheidende Rolle dabei, unsere gewohnten Routinen neu zu definieren. Ob KI-gestützte Hautdiagnosen oder Make-up-Influencer:innen, die vollständig durch Algorithmen entstanden sind, wird eines besonders deutlich: KI ist nicht nur fest im Beauty-Kosmos verankert – sie ist eine unausweichliche Kraft.
Als Branche, die auf Menschen und dem Versprechen von Inklusivität beruht, begegnet die Beauty-Community der Einführung von KI mit einer ordentlichen Portion Skepsis. Viele Beauty-Fans zögern, KI zu akzeptieren – und die verbreitete Ablehnung macht es schwerer denn je, sich in der ständig im Wandel befindlichen Beauty-Welt zurechtzufinden. Also haben wir unser Publikum gefragt, ob KI im Beauty-Bereich überhaupt einen Platz hat. Sind all diese KI-Innovationen wirklich ein Gewinn für die Community?
Laut Erkenntnissen von HYPEMIND, dem Insights-Arm von Hypebeast, gaben nur 8 % der Hypebae-Leser:innen eine positive Haltung gegenüber KI-generierten Beauty-Inhalten oder virtuellen Influencer:innen an. Darüber hinaus äußerten Hypebae-Leser:innen deutliches Unbehagen bis hin zur klaren Ablehnung, wenn es um die Rolle von KI im Beauty-Bereich geht. Einige waren zwar grundsätzlich offener, zogen jedoch klare Grenzen – und betonten, dass künstliche Intelligenz im Beauty-Bereich nichts verloren hat.
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Für die bildende Künstlerin Carol Civre, so unvermeidlich KI in der Beauty-Szene auch geworden ist, hält sie KI dennoch nicht für essenziell. Zudem findet sie, dass KI oft mehr Probleme schafft als tragfähige Lösungen. „KI-Modelle werden nicht immer mit inklusiven Datensätzen trainiert. Ich sehe Beauty-Marken im Jahr 2025 damit ringen, eine Reihe von Concealern zu entwickeln, die eine vielfältige und inklusive Bandbreite an Hauttönen wirklich abbilden“, sagt sie zu Hypebae. „Das ist Beauty ohne KI – ironischerweise genau das, worauf KI trainiert wird. Wenn der Pool, aus dem sie schöpfen kann, bereits fehlerhaft ist, kann man nur annehmen, dass auch die Ergebnisse nicht perfekt sein werden – es sei denn, sie wird mit diesen Problemen im Blick entwickelt und implementiert.“
Zwar räumt Civre ein, dass KI das Potenzial hat, die Grundsätze von Beauty zu untergraben, doch weist sie ebenso darauf hin, dass der massive Schub hin zu KI sich für Konsument:innen oft unehrlich anfühlt. „KI wirkt ein wenig wie ein Trend in der Art, wie viele Kreativbranchen damit umgehen“, sagt sie. Für Civre ist das hektische Bemühen von Marken, KI in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren, ein deutlicher Hinweis darauf, dass sie vor allem eines wollen: Teil der Debatte rund um KI sein.
Als Künstlerin weiß Civre, wie einschüchternd die Implementierung von KI ist. Deshalb fordert sie alle auf, weiterhin zu hinterfragen, ob sie sich nötig anfühlt.“Wenn dir eine Technologie bedrohlich erscheint, ist das für mich umso mehr ein Grund, sich klug und verantwortungsvoll damit auseinanderzusetzen“, sagt sie.
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Auch wenn Beauty-Fans ihre Zweifel haben, zeigen Marken keinerlei Anzeichen, ihre KI-Praktiken aufzugeben. Rich Foster, Executive Creative Director bei Left Field Labs, sagt, dass die Integration nicht nur unvermeidlich ist – sie ist der Schlüssel, um die Beauty-Welt zu modernisieren. Nach der Entwicklung eines virtuellen Hautpflege-Concierge ist Foster überzeugt, dass Beauty-Fans KI nicht auf ewig rundweg ablehnen werden – solange Marken transparent mit ihren Einsatzgebieten umgehen.
„Verbraucher:innen wollen wissen, wie KI ihnen hilft, was sie sich merkt und dass ihre Daten verantwortungsvoll behandelt werden. Das Erlebnis sollte sich wie eine hilfreiche Begleitung anfühlen, nicht wie eine seelenlose Maschine“, sagt Foster. Auch wenn diese optimistische Sicht auf KI unter Beauty-Fans selbst weniger verbreitet ist, hoffen Marken weiterhin, dass sich die Stimmung irgendwann dreht.
Für die Beauty-Managerin und KI-Strategin Malia Leong, ist die Skepsis gesund. „In der Beauty-Welt sind Vertrauen und Transparenz alles. Ich gehe mit KI genauso um wie mit Clean-Beauty-Formulierungen: Sagt den Menschen, was drin ist, warum es drin ist und was es für sie tut“, sagt sie zu Hypebae. Leong sagt, dass Konsument:innen vernetzter sind denn je – und daher spüren, wenn Marken den menschlichen Touch verloren haben.
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Neben der Ansicht, dass KI die Beauty-Welt per se spaltet, teilt Leong auch die Sorge, dass Technologie die Prinzipien bedrohen kann, mit denen sich Beauty-Fans am stärksten identifizieren. „KI ist gerade nur deshalb so mächtig, weil sie auf Jahrzehnten menschlicher Kreativität und Originalität fußt. Wenn wir sie gezielt einsetzen, um das zu unterstützen, was ich gern ‚intelligente Artistry‘ nenne, können wir Beauty inklusiver, kulturell treffender und nachhaltiger.“
Während die Beauty-Welt durch KI vor gewaltigen Veränderungen und neuen moralischen Dilemmata steht, ist die Zukunft ungewisser denn je. Auch wenn Marken betonen, dass KI unvermeidlich ist, nähert sich die Community dem Thema mit Vorsicht. Wo man auch hinschaut: KI findet ihren Weg – und Beauty-Fans verlangen dieselbe Transparenz, die sie auch von ihren Hautpflege-Routinen erwarten.
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