Wie die Kostümdesignerin hinter „I Love LA“ Rachel Sennotts Vision zum Leben erweckte
Wir sprechen mit Christina Flannery über HBOs gehypteste Serie.
I Love LA ist einer der größten Überraschungserfolge 2025 – und das aus gutem Grund. Geschrieben und kreiert von der großartigen Rachel Sennott, punktet die Serie außerdem mit einem hochkarätig besetzten Cast, darunter Josh Hutcherson, Leighton Meester und Odessa A’Zion, dazu kommen Gastauftritte von Ayo Edebiri und Quen Blackwell.
Neben der Starpower ist ein weiteres zentrales Element, das diese Serie herausstechen lässt, ihr Styling. Verantwortlich dafür ist die Emmy‑Award‑nominierte Kostümbildnerin Christina Flannery (unter anderem bekannt für ihre Arbeit mit Sydney Sweeney an Christy), deren Looks in der Serie kompromisslos inspirieren und Archiv‑Vintage mit Labels wie ERL und Balenciaga, ergänzt durch absolute Unikate, die auf unseren Moodboards bis in alle Ewigkeit einen festen Platz haben werden.
Während die Serie auf HBO weiterläuft, haben wir mit Flannery gesprochen, um mehr über ihren kreativen Prozess zu erfahren, darüber, wie es ist, mit der Ikone Rachel Sennott zu arbeiten, und über ihre Liebe zu Martine Rose.
Lies weiter für das komplette Interview.
Erzähl uns ein bisschen, wie du überhaupt zum Kostümdesign gekommen bist – wusstest du schon immer, dass das dein Weg sein soll?
Ich habe schon sehr jung in allen möglichen Bereichen der Garderobe gearbeitet. Ich hatte Vintage‑Läden in New Orleans und bin schon immer intuitiv bei Vintage gelandet. In Kleidung steckt für mich enormes Storytelling, sie ist essenziell für die Entwicklung einer Figur.
Was kannst du uns über deinen kreativen Prozess erzählen – wo fängst du an, wenn du bei einer neuen Serie einsteigst?
Generell starte ich mit einem Deep Dive in Archive. Ich nutze Ressourcen wie die Bibliothek von Harvard und andere Online‑Plattformen. Gleichzeitig tauche ich in Social Media ein und folge allem, was sich für das, was wir machen, relevant anfühlt. Wenn du ein Drehbuch liest, musst du einen Weg finden, die Figur so klar herauszuarbeiten, dass man sie sogar auf einem Schnappschuss sofort erkennt. Kleidung ist für mich für diese Entwicklung unglaublich wertvoll – deshalb ist es so wichtig, sie wirklich auf den Punkt zu bringen und die vielen Nuancen zu verstehen, die darin stecken.
Wie bist du zu „I Love LA“ gekommen – und wie ist es, mit Rachel Sennott zu arbeiten?
Ursprünglich sollte ich schon beim allerersten Pilot dabeisein, war damals aber leider nicht verfügbar. Als dann später die Chance kam, für die Serie selbst zu pitchen, war ich überglücklich. Ich wusste, dass ich dieses Projekt unbedingt machen wollte, also habe ich viele Stunden in Referenzen gesteckt und für jede Figur ihren eigenen Space herausgearbeitet. Rachel ist eine absolute Traum‑Partnerin: Sie liebt Mode, ist wahnsinnig witzig und unglaublich unterstützend und freundlich. Mit so jemandem willst du automatisch noch härter arbeiten – und genau diese Art von Work Ethic liebe ich. Freundlichkeit und Support bringen mich dazu, buchstäblich alles zu geben, damit eine Vision Realität wird. Bye‑bye, Wochenenden!
Was kannst du uns über euren Sourcing‑Prozess für die Looks erzählen? Was war das Erste, das du gemacht hast?
Meine Assistant Costume Designerin Sara und ich wussten, dass wir massiv unter Zeitdruck standen. Also haben wir sofort damit begonnen, Labels anzuschreiben, die sich frisch und relevant anfühlten, und parallel Meetings mit Thom Browne, Balenciaga und vielen anderen großen Häusern geführt. Ich habe enorm viel direkt in LA geshoppt – dort gibt es unglaublichen Zugang zu Archiv‑Vintage, und einige kleinere Läden hatten wirklich fantastische Unikate.
Wie entscheidest du, was für welche Figur am besten funktioniert?
Du musst das Drehbuch wirklich verschlingen. Dann pitchst du die Welt, die für dich auf Basis dessen, was dort angelegt ist, am meisten Sinn ergibt. Du arbeitest sie aus und formst sie gemeinsam mit Showrunner und Cast zu einem Kosmos, der sich stimmig und gleichzeitig neu anfühlt. In Design fließen wahnsinnig viel Vertrauen und Kollaboration ein – und genau das ist für mich der schönste Teil am Kostümdesign.
Hast du Lieblings‑Pieces oder ‑Looks aus der Serie?
Ich liebe so viele Teile. Ayos Alien‑Looks sind großartig, und ich bin besessen von Martine Rose – alles von ihnen, was wir in der Serie nutzen konnten, war für mich ein Highlight. Die ERL‑Jacke, die Charlie in Folge vier trägt, und im Grunde jedes Outfit in Folge acht.
Was sind Teile, die du dir gewünscht hättest zu bekommen – oder die es eigentlich in die Serie hätten schaffen müssen, es aber nicht getan haben?
Ich möchte noch viel tiefer in die Welt der Emerging Designer eintauchen und meinen Teil dazu beitragen, neue Stimmen in der Mode zu pushen.
Zum Schluss: Wie können Fans den Style von Maia und Tallulah off‑screen nachstylen?
Hört richtig gute Musik wie Amyl and the Sniffers oder Wet Leg, schaut Jawbreaker. Tragt eure Kleidung – lasst sie nicht euch tragen! Und habt keine Angst davor, Prints, Styles und Epochen wild zu mixen.



















