Rina Banerjee schreibt im Espace Louis Vuitton Tokyo die koloniale Erzählung neu
Gefundene Objekte verwandeln sich in andereweltliche, feminine Formen – und stellen Geschichte, Identität und Macht radikal in Frage.
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Espaces Louis Vuitton und des 10-jährigen Jubiläums des Hors-les-murs-Programms der Fondation Louis Vuitton zeigt der Espace Louis Vuitton Tokyo derzeit eine Ausstellung, die dem Werk der Künstlerin der südasiatischen Diaspora Rina Banerjee.
Indem sie gefundene Objekte in mystische Frauenskulpturen und komplexe Installationen verwandelt, entsteht eine geradezu magische Schau. In ihren Arbeiten greift Banerjee Elemente auf, die Spuren des Kolonialismus tragen – etwa Textilien, Straußeneier, Federn und Kronleuchter aus Glas, von denen viele im Globalen Süden produziert wurden. Ihre Gemälde sind inspiriert von historischen indischen Miniaturen, chinesischen Seiden und aztekischen Zeichnungen – und bewegen sich genau in dem schmalen Raum zwischen Abstraktion und direkter Darstellung. Die Künstlerin löst sich vom kolonialen Blick, um mit unerwarteten Mitteln Werke von betörender Schönheit zu schaffen.
Die ausgestellten Werke, darunter eine in diesem Jahr entstandene neue Gemäldeserie, speisen sich aus dem profunden Wissen der Künstlerin über die indische Kunst vor 1900 und integrieren südasiatische Materialien, Motive und Ikonografien, um weibliche Figuren zu erschaffen, die oft an hinduistische Göttinnen erinnern. Banerjees Kunst erzählt von der fluiden, transnationalen Natur des „Selbst“ – und lotet zugleich ihre eigene Identität als Immigrantin aus.
Die Ausstellung ist noch bis zum 13. September 2026 im Espace Louis Vuitton Tokyo.
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