Lerne die Stylistin hinter den besten Looks von Lola Tung und Myha'la kennen
Wir sprechen mit Britt McCamey über die Zusammenarbeit mit zwei der größten aufstrebenden Stars der Branche.
Hinter jedem Schauspielstar, dessen Style wir obsessiv verfolgen, wirkt im Hintergrund ein*e unglaubliche*r Stylist*in, der oder die wahre Magie entfacht. Für Lola Tung, auch bekannt als The Summer I Turned Pretty-Traumgirl, und für Myha’la, Industrys baddest B*tch ist diese unglaubliche Stylistin: Britt McCamey. In Australien geboren und global zuhause, verlief McCameys Styling-Karriere alles andere als vorhersehbar – und im Laufe der Jahre hat sie sich einen Namen gemacht, indem sie einige der größten Namen der Entertainmentbranche eingekleidet hat.
Während wir noch versuchen, die TSITP- und Industry-förmigen Lücken in unseren Herzen zu füllen, haben wir McCamey ins Hypebae-Studio eingeladen, um über ihren Weg ins Styling, ihre liebsten Looks und die Zusammenarbeit mit zwei unserer absoluten Lieblingsschauspielerinnen zu sprechen.
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Erzähl uns ein bisschen, wie du zum Styling gekommen bist. Wolltest du das schon immer machen?
Ich bin nicht mit dem Gedanken aufgewachsen, einmal in der Mode zu arbeiten. Meine Mutter und meine Großmutter haben die meisten meiner Sachen aus reiner Notwendigkeit secondhand besorgt. Ich hatte diese eine semi-punkige Karohose und ein Tanktop, die ich an Mufti Days (Mufti Day ist ein seltener, uniformfreier Tag an australischen Schulen) immer und immer wieder getragen habe. Rückblickend fühlen sich diese Momente seltsam bedeutend an. Ich glaube, es gab damals schon ein echtes Bedürfnis, mich über Mode auszudrücken, das ich aber nicht wirklich ausleben konnte.
Heute sehe ich das in meiner neunjährigen Nichte, die mir wahnsinnig ähnlich ist – sie spielt völlig instinktiv mit ihrem Stil, trägt zum Beispiel Schleifengummis an den Knöcheln oder benutzt Essen als Make-up, und es erinnert mich daran, wie früh dieser Impuls eigentlich einsetzt. Vieles von dem, was mich beruflich zum Styling hingezogen hat, ist der Storytelling-Aspekt. Es geht darum, eine klare Perspektive zu formen, Kund*innen zu helfen, ihren Archetyp zu schärfen und über Kleidung auszudrücken, wer sie sind. In gewisser Weise fühlt es sich verbunden mit dieser frühen Lücke in meinem Leben an – als würde ich heute etwas erschaffen aus dem, was mir beim Aufwachsen gefehlt hat.
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Wie hast du angefangen, mit Myha’la und Lola zu arbeiten?
Lolakam über mein Team zu mir. Wir hatten ein Telefonat, das ich im Uber auf dem Weg nach LAX annehmen musste. Wir waren beide nervös. Ich komme aus dem Editorial-Bereich, und sie war mein erster Red-Carpet-Client – es war also für uns beide Neuland. Wir haben vieles gemeinsam herausgefunden, und ich bin so stolz auf sie. Ich habe Myha’lakennengelernt, als wir gemeinsam an einem Editorial gearbeitet haben, und wir haben sofort connected. Nachdem ich ins Celebrity-Styling gewechselt bin, bin ich ihr immer wieder über den Weg gelaufen – zuletzt in Berlin. Sie meinte nur: „Wir müssen das jetzt einfach machen“, und dann haben wir losgelegt. Es war total organisch. Sie ist eine wunderbare Schauspielerin und ein großartiger Mensch, und ich bin sehr dankbar, in ihrem Orbit zu sein.
Wie fühlt es sich an, mit einigen der größten Serienstars zusammenzuarbeiten?
Ich fühle mich zutiefst privilegiert und kreativ erfüllt.
Wie war es für dich, mit Lola im Kontext des TSITP-Fandoms zu arbeiten?
Es ist eine feine Balance, wenn man mit einer Figur arbeitet, die so heiß geliebt wird – vor allem, wenn diese Figur charakterlich ziemlich weit entfernt von der Schauspielerin ist, die sie spielt, wie bei Lola und Belly. Lola ist von Natur aus viel experimentierfreudiger mit Mode, und sie ist an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie neue Dinge ausprobieren möchte – und das soll sie auch! Aber wir lieben Belly, also sprechen wir sehr viel darüber, wie wir sie ehren können und gleichzeitig Lola erlauben, sich selbst auszudrücken. Manchmal bedeutet das, einen „Belly“-Look zu kreieren, und ein anderes Mal gehen wir ganz bewusst in etwas Persönlicheres und Unerwarteteres für Lola.
Wir haben Lolas persönlichen Stil im Rhythmus der Serie entwickelt, nur viel stärker kuratiert und klarer ausgerichtet. Ich liebe es, wenn Leute mir schreiben und nach einem Kiko-Link fragen oder erzählen, dass sie wegen unserer Arbeit kleinere Independent-Designer*innen oder Vintage für sich entdecken. Das sind so schöne, lohnende Momente, in denen man merkt, dass die Arbeit – genau wie das Fandom – ein Eigenleben entwickelt, das größer ist als wir.
Gegen Ende der letzten Staffel hatten wir gerade Lolas TSITP-Finalkleid fertig anprobiert, es war Sommer in New York City, und mein Team und ich sind Richtung Downtown gelaufen, um uns kurz auszutauschen. Kurz vor der Houston St standen plötzlich Hunderte Menschen auf der Straße, und wir dachten nur: „Was geht hier ab?!“ Dann haben wir gemerkt, dass es eine TSITP-Watching-Party war – überall Bildschirme, überall Leute, die auf der Straße gefeiert haben. Wir sind alle wie erstarrt stehen geblieben, und ich glaube, das war der Moment, in dem uns die tatsächliche Reichweite der Serie klargeworden ist. Jenny Han ist wahnsinnig beeindruckend; sie erzählt nicht nur Geschichten, sie erschafft eine eigene Welt – etwas, das ich zutiefst an ihr bewundere und in meiner Arbeit mit meinen Klient*innen gerne nachahmen möchte.
Was ist dein Lieblingsoutfit, das du für Myha’la gestylt hast – und für Lola?
Ich komme immer wieder auf den Chandelier-Look zurück, den Lola und ich für die CFDAs. Es war das erste Mal, dass sie dabei war, und das Event fand im American Museum of Natural History in NYC statt – so ein imposanter Ort, deshalb wollte ich, dass sie sich wie ein Teil dieses Settings fühlt. Weil der Look für das Chandelier-Konzept extrem stimmig sein musste, haben wir wochenlang nach den perfekten Ohrringen gesucht. Die Alexis Bittar-Ohrringe, die sie dann getragen hat (in meinen Augen absolut perfekt), haben wir eine Stunde vor ihrer Abfahrt gefunden! Meine Assistentin ist damit nach Uptown gerannt, und Lolas Mutter und ich haben sie ihr im Laufen angelegt, als sie schon auf dem Weg zum Auto war. Ich sollte diesen Look wirklich mal posten…
Myha’las Valentino-Kleid für die Vanity-Fair-Oscars-After-Party liegt mir auch sehr am Herzen. Wir kamen beide von einem endlosen Press Run, inklusive zweimaligem Hin- und Herfliegen zwischen Europa und LA in nur wenigen Wochen. Der Look war so leicht und unbeschwert und voller Freude – genau das, was ich in dem Moment gebraucht habe. Es war ein unfassbar technischer Look, mit unglaublich vielen feinen Details und Handarbeit, damit alles so mühelos wirkt. Wir haben sogar den String angepasst! Ich liebe diese Details.
Was ist das coolste Piece, das du jemals gepullt hast?
Oh, die Frage ist schwierig; es gab so viele. Ich hatte die Oberteil-Version dieses violetten, paillettenbesetzten 2012er-Comme des Garçons-Kleids, das Ayo Edebiri zur W Mag-Party getragen hat. Das Teil war zur gleichen Zeit in meinem Studio, und sie trug das Kleid TAGEbevor meine Klientin das Oberteil tragen sollte, also haben wir es zurückgezogen. Ich bin darüber immer noch ein bisschen traurig, aber wenn uns jemand zuvorkommen musste, dann bin ich froh, dass es Ayo war; sie ist so talentiert, und ich nerve wirklich alle, die ich kenne, damit, sich Proofanzusehen.
Zum Schluss: Auf welches Event oder welches Projekt freust du dich dieses Jahr besonders?
Ich freue mich total auf den Rest des Jahres. Lola und ich arbeiten an einem Method-Konzept für ihren Osgood-Perkins-Release „Young People“. Wir haben die Method-Seite noch nicht ausgearbeitet, und dieses Maß an Recherche spricht den Nerd in mir extrem an. Ganz konkret haben Myha’la und ich uns ein Konzept für diesen Sommer ausgedacht. Ich bin so gespannt, wer als Erstes checkt, was wir da vorhaben! Außerdem würde ich dieses Jahr sehr gern noch mit einem*einer Musiker*in arbeiten. Ich habe tonnenweise Custom-Ideen, die ich unbedingt auf der Bühne lebendig werden sehen möchte.



















