Ayra Starr: Der globale Popstar, den die Musikbranche braucht
Wir sprechen mit der Künstlerin über die Geschichte hinter „Starrgirl“, New Yorker Nächte und den Aufbau ihres globalen Imperiums.
Frisch nach dem Release ihres neuen, herausragenden Albums Starrgirl ist Ayra Starrs Präsenz nicht zu übersehen. Ob als Soundtrack für deine Social-Media-Feeds, als Auslöserin des neuesten Trends, lilafarbene Geles zu Miniröcken und Kleidern zu tragen, oder als Publikumsmagnet auf Festivalbühnen weltweit – der Aufstieg der nigerianischen Künstlerin zum globalen Star kommt in ihrem jüngsten Werk voll zur Geltung.
Dem Starrgirl-Effekt kann man sich gerade nicht entziehen. Starr schöpft kreative Energie aus allen Ecken der Welt und gibt sie mit jedem kontinentübergreifenden Auftritt an ihre Fans zurück. Von ausverkauften Listening-Partys in New York und Los Angeles über einen gefeierten Auftritt beim Londoner Festival All Points East bis zu ihrem anstehenden Headline-Auftritt in der Halbzeitpause, wenn die NFL im Herbst nach Europa kommt: Dieser Star strahlt heller denn je, und ihre Karriere erreicht immer neue Höhen.
Vor ihrem Auftritt bei All Points East haben wir mit Starr über die visuelle Entwicklung von Starrgirl, ihr neues Zuhause in New York und den Rat gesprochen, der sie immer weiter antreibt. Das vollständige Gespräch gibt es im Folgenden.
Dein Mode- und visueller Stil sind genauso unverwechselbar wie dein Sound. Wie entwickelst du die visuelle Identität für jede neue Ära oder jedes neue Album?
Für mich geht es bei der visuellen Identität jeder neuen Ära vor allem darum, der Person zu folgen, zu der ich werde – oder die ich bin. Früher hatte ich das Gefühl, irgendwie festzustecken, weil ich dachte, ich müsste etwas Bestimmtes sein. In dieser Ära habe ich dann angefangen, Lila zu mögen, ich habe angefangen, das hier zu mögen – weißt du, ich bin einfach den Dingen gefolgt, die sich für mich natürlich angefühlt haben. So habe ich Starrgirl gefunden.
Starrgirl vereint Sounds und Genres aus aller Welt, bleibt im Kern aber sehr nigerianisch und auf Afrobeats fokussiert. Wie sehr inspiriert Reisen deine Musik?
Afrobeats ist für mich Teil meiner Identität – es ist mein Kern und mein Sound als Künstlerin. Es ist mein Fundament. Deshalb lasse ich mich auf Reisen von allem um mich herum inspirieren, denn ich weiß, dass dieses Fundament da ist. Ich muss nichts anderes sein als das, was ich bereits bin. Wenn ich in New York bin, möchte ich manchmal auf Partys gehen, hören, was dort aufgelegt wird, und mich davon inspirieren lassen. Genauso ist es in Brasilien – ich möchte hingehen und sehen, was dort gespielt wird, weißt du?
Welche Stadt oder Kultur, die du in letzter Zeit besucht hast, hat dich am meisten überrascht? Und ist etwas von dieser lokalen Energie in deine Musik eingeflossen?
Definitiv New York. Ich bin gerade nach New York gezogen. Zum ersten Mal habe ich als junge Frau allein gelebt: meine erste eigene Wohnung, mein erstes Mal allein, einfach alles zum ersten Mal. Das hat meinen Sound und das, was ich mit Starrgirl erreichen wollte, auf jeden Fall geprägt. Ich habe das Gefühl, New York war eindeutig die Kulisse für Starrgirl.
Afrobeats ist in den vergangenen Jahren zu einem globalen Phänomen geworden. Wie unterscheidet sich ein Auftritt vor Publikum in Städten wie London oder New York von einem Auftritt in deiner Heimat?
Ehrlich gesagt ist es gar nicht so anders. Afrobeats-Hörer*innen sind Afrobeats-Hörer*innen, und sie stehen hinter Afrobeats – derselbe Antrieb, dieselbe Energie. Afrobeats hat einfach eine hochenergetische Ausstrahlung, die man überall spürt, wenn man mit Menschen zusammen ist, die diesen Sound lieben.
Welchen Rat, den du ganz am Anfang deiner Karriere bekommen hast, trägst du bis heute mit dir?
Ich habe gerade erst darüber nachgedacht. Da ist dieser Künstler, den ich als Kind gehört habe und der mich einmal im Flugzeug gesehen hat. Er sagte mir, dass er so hart gearbeitet habe und ich manchmal noch härter arbeiten müsse als die Jungs. Ich dachte: „Okay, ja, dazu bin ich bereit.“ Daran halte ich mich bis heute.



















