Maison Margiela erobert Shanghai: Eine Show voller Premieren
Modegeschichte live miterlebt.
Live dabei zu sein bei Maison Margiela’s Herbst/Winter 2026-Show machte eines unmissverständlich klar: Hier wurde gerade Modegeschichte geschrieben. Das französische Haus reiste nach Shanghai, in eine Werft außerhalb des Stadtzentrums, um eine Kollektion voller Premieren zu präsentieren. Es war das erste Mal, dass das französische Label außerhalb von Paris, die erste Kollektion unter der kreativen Leitung von Glenn Martens, das erste Mal, dass die Marke ihre Artisanal- und Ready-to-Wear-Linien zu einer einzigen, durchgängigen Show vereinte – und noch so vieles mehr. Das Ergebnis? Einfach atemberaubend.
Als Erstes sollte man wissen: Jeder Look wurde von einer Artisanal-Maske begleitet – eine Hommage an die Uniformität und Anonymität, mit der die Marke untrennbar verbunden ist. Konzeptionell speist die Kollektion ihre Seele aus der Atmosphäre eines Pariser Flohmarkts nach Einbruch der Dunkelheit und rückt die Schönheit von Dingen in den Fokus, die weggeworfen oder vergessen wurden. Porzellan, ein Material mit tiefen chinesischen Wurzeln, bildet eine der tragenden Säulen der Saison. Der Effekt zeigt sich in acht Lagen bedruckter Organza auf Kleidern, die einen keramischen Schimmer erzeugen, während andere Artisanal-Looks mit echten, zerbrochenen Porzellanscherben arbeiten, die direkt am Körper befestigt sind.
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Die Obsession des Hauses mit der „garment memory“, der Erinnerung von Kleidung, zeigt sich in Stücken, die wirken, als seien sie direkt aus einer edwardianischen Garderobe entnommen. Hohe Halsausschnitte und Spitzenabschlüsse treffen auf ein sechs Meter langes edwardianisches Gemälde, das ohne einen einzigen Schnitt mit der Schere in ein Kleid verwandelt wurde.
Technische Experimentierfreude bleibt im Zentrum – mit unkonventionellen Materialien, neuartigen Verbindungstechniken und der ikonischen weißen „bianchetto“-Lackierung. Die Schuhabteilung präsentiert die Level Cut-Out Boots und den Herren-Sneaker Float, dessen Schaft scheinbar über einer kleineren Sohle schwebt. Selbst die Accessoires erzählen eine Geschichte von Vintage-Schätzen: Schmuck wirkt, als sei er auf einem Marktstand entdeckt und anschließend in Wachs getaucht worden.
Und das ist längst nicht alles. Die Präsentation markierte den Auftakt von MaisonMargiela/folders IRL, einer zwölftägigen, vier Städte umfassenden Takeover, die die Öffentlichkeit in die kryptische Welt der Marke einlädt. Wie vielleicht schon bekannt, setzt MaisonMargiela/folders seine China-Tour ab dem 2. April in Shanghai fort. Die erste Ausstellung gewährt einen nie dagewesenen Einblick in das Couture-Atelier des Hauses. Erstmals teilt die Marke Einblicke in vergangene Entwürfe und zeigt Archiv-Looks von Martin Margiela selbst, John Galliano und Glenn Martens. Anders als klassische Galerien findet diese Ausstellung buchstäblich auf der Straße statt – die Archiv-Looks werden in Schiffscontainern präsentiert, frei zugänglich für alle.
Die zweite Station in Beijing rückt die legendäre Masken-Historie der Marke in den Mittelpunkt. In der Welt von Margiela betreten Models den Laufsteg nur selten ohne Kopfbedeckung, die das Thema Anonymität unterstreicht. Gezeigt werden 45 Masken, von neuen Kreationen bis hin zu historischen Archivstücken, ergänzt durch Beiträge von vier Gastdesigner:innen.
Als Nächstes reist MaisonMargiela/folders nach Chengdu zu einer Ausstellung rund um den Tabi, den Split-Toe-Schuh, der seit Anbeginn als „Key Code“ der Marke gilt. Das Haus hat Tabi-Sammler:innen von Los Angeles bis Mexico City interviewt, um zu zeigen, wie Menschen weltweit ihre Paare personalisiert haben. Abschließend endet die Tour in Shenzhen mit einer interaktiven Bianchetto-Atelier-Experience.
Mehr News zu Maison Margiela gibt es in unserem Beitrag über den aktuellen Drop mit Supreme.



















