Unsere liebsten Shows der Milan Fashion Week HW26 – bisher
Von Maria Grazia Chiuris Fendi-Debüt bis hin zu Diesels gigantischem Set mit 50.000 Archiv-Pieces.
Mailand Fashion Week Herbst/Winter 2026 ist offiziell gestartet – getragen vom restlichen Adrenalinrausch derOlympischen Winterspiele und verwandelt die Stadt diesmal in eine Fashion-Arena. Mit 52 Laufstegshows im Kalender richtet die Branche den Blick auf große Umbrüche: Einige der einflussreichsten Designer:innen der Welt machen ihre ersten Schritte bei globalen Luxuslabels.
Die Woche begann mit einem Homecoming, alsMaria Grazia Chiuri ihr Debüt zeigte – ihre erste Kollektion alsFendi-Chefdesignerin. Jetzt richtet sich der Fokus aufMarni, woMeryll Rogge ihre erste Vision für das Label präsentiert – gefolgt vom wohl meist erwarteten Moment der Woche:Demnas erste physische Laufstegshow fürGucci. Während diese Debüts den Kalender prägen und uns ans Display fesseln, ist auch der „Second-Season-Glow“ spannend – etwa bei Simone Bellotti beiJil Sander, David Koma bei Blumarine und Louise Trotter bei Bottega Veneta.
Außerdem freuen wir uns aufGCDS und die große 10-Jahres-Show des Labels,Ferrari mit Highspeed-Silhouetten sowieAVAVAVs Wechsel ins Präsentationsformat. Von großen Kollaborationen bis zu starken Debüts – hier kommen unsere bisherigen FW26-Highlights.
Bevor du weiterziehst, wirf noch einen Blick auf unsereLondon-Fashion-Week-Highlights.
50.000 Gründe, Diesel zu lieben
Für HW26 inszenierte Diesel eine Show wieden Morgen danach einer fünf Jahrzehnte langen Party. Kreativdirektor Glenn Martensdurchforstete das Archiv des Hauses und ließ den Runway von 50.000 Originalteilen säumen, die die hedonistische Geschichte des Labels bis 1978 zurückverfolgten. Die Looks fingen die Aura des „Morgen danach“ ein. Denim wurde mit Harz behandelt, damit tiefe Falten wie nach tagelangem – und nächtelangem – Tragen stehen blieben. Jersey-Tops waren doppellagig konstruiert und verdrehten sich lässig am Körper, während Pelzmäntel im besten Sinne nicht so recht wussten, welche Farbe sie eigentlich haben wollten. Bei Accessoires und Schuhen kam die neue D One Bag mit variablen Schnallenriemen, während skulpturale Pumps, Boots und die neue Closer-Uhr Diesel noch stärker im Statement-Segment verankerten.
Maria Grazia Chiuris Fendi-Debüt
MM6 Maison Margielas Commuter Couture
In der letzten Saison MM6 Maison Margieladie Straßen der Stadt eroberte. Für HW26? Landete das Label in Milano Centrale, dem größten Bahnhof der Stadt, und präsentierte eine Kollektion voller Dringlichkeit. Die Models bewegten sich im Tempo eiliger Pendler:innen, Mäntel lässig übergeworfen, Kragen hochgestellt, als würden gleich die Anzeigetafeln umspringen. Ein Reitsport-Motiv zog sich durch die gesamte Linie – ein subtiler Verweis auf das Jahr des Pferdes. Sweater und Hemden mit scharfem Kragen waren mit Pferdemotiven versehen, teils wie Porträts, teils verzerrt und abstrahiert, als wären sie im vollen Galopp eingefangen. Lange, schmale Silhouetten trugen eine sattelartige Schärfe in den Schultern, während taillierte Mitten und verlängerte Proportionen an Reitmäntel erinnerten, neu gedacht für den urbanen Rider.
Jil Sanders Stoff im Überfluss
Für seine zweite Kollektion bei Jil Sander ließ sich Kreativdirektor Simone Bellotti von Hamburg und der Intimität von Anders Petersens Café-Lehmitz-Porträts inspirieren. Das Ergebnis: schlank und präzise geschnittene Tailoring-Silhouetten – die Signature des Hauses, natürlich. Gleichzeitig zog sich eine feine Stoff-Experimentierfreude durch die Kollektion: Einige Teile wirkten voluminös wie Daunendecken und boten Bewegung, ohne ins echte Oversize abzurutschen. Kragen rutschten unter Mänteln hervor, Jacken schwebten hinten leicht aus, Kleider zeigten Schulter, Röcke öffneten sich in geschwungenen Schlitzen. Die Kollektion war konsequent minimalistisch. Bei Jil Sander wirkt Minimalismus schließlich nie langweilig.















