Scarlet & Sam: Dein neuer australischer Kleiderschrank-Favorite
Wir haben mit Gründerin Scarlet Robertson gesprochen, um mehr über die bisherige Reise der Brand zu erfahren.
Wenn dir in deinem Instagram-Feed schon einmal ein gerafftes T-Shirt oder eine wendbare Bomberjacke begegnet ist, kennst du Scarlet & Sam wahrscheinlich schon. Hervorgegangen aus einem maßgefertigten Häkel-Top und der überwältigenden Resonanz darauf im Netz, hat sich das australische Label weltweit eine beeindruckende Community aus Modefans aufgebaut.
Mit Signature-Styles wie der Capsule Bomber und den Juicy Wedges hebt Scarlet & Sam Basics durch sorgfältig durchdachte Details und subtile Veränderungen auf ein neues Level.
Während sich das Label auf den australischen Winter vorbereitet, haben wir mit Gründerin Scarlet Robertson über die Geschichte von Scarlet & Sam, die Bestseller und ihre Strategie für die internationale Expansion gesprochen.
Lies hier das vollständige Interview.

Erzähl uns etwas über deine Entscheidung, Scarlet & Sam zu gründen. Was war der Auslöser?
Vor Scarlet & Sam habe ich mehrere Jahre lang einen Online-Vintage-Shop geführt. Ich habe jahrelang Stücke ausgesucht, Silhouetten studiert und herausgefunden, wonach die Menschen immer wieder griffen. Während des Lockdowns ließ ich mir zu meinem Geburtstag von einer jungen Frau namens Sam, mit der ich über Instagram in Kontakt gekommen war, ein Häkel-Top anfertigen. Als ich es online teilte, war die Resonanz überwältigend. Die Leute fragten ständig, wo sie es kaufen könnten, also beschlossen wir, gemeinsam eine kleine Kollektion zu produzieren. Diese Kollektion wurde schließlich zum Fundament von Scarlet & Sam.
Was steckt hinter dem Namen?
Der Name geht auf dieses erste Kapitel des Unternehmens zurück. Sam fertigte unsere ursprüngliche Häkelkollektion an. Als sich das Label über Häkelmode hinaus in Richtung Konfektionsmode entwickelte, stieg Sam aus, und ich baute das Unternehmen zu dem weiter aus, was es heute ist. Obwohl Sam nicht mehr Teil des Unternehmens ist, fühlt sich der Name wie eine natürliche Verbindung an – persönlich, aber nicht zu sentimental.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Viel Inspiration schöpfe ich aus Vintage, Reisen, dem Beobachten von Menschen und aus Stücken, die ich selbst ganz selbstverständlich tragen möchte. Oft inspiriert mich, wie Menschen im echten Leben Dinge stylen – besonders Frauen, die Vintage, unabhängige Labels und unerwartete Stücke miteinander kombinieren. Die meisten unserer Bestseller sind nicht daraus entstanden, Trends hinterherzujagen, sondern aus dem Wunsch, Produkte zu kreieren, die ich selbst wirklich tragen wollte.
Als unabhängiges Label ist es sehr wichtig, charakteristische Styles zu haben, für die man bekannt ist und zu denen die Menschen immer wieder zurückkehren. Was würdest du als die Signatures von Scarlet & Sam bezeichnen?
Von 2023 bis 2025 waren wir vermutlich vor allem für unsere Juicy Wedges, die Capsule Bomber und unsere Scrunched-Styles bekannt – insbesondere das Scrunched Tee und das Scrunched Shirt. In jüngerer Zeit sind auch unsere Capsule Pants, Signature Belted Jeans, Noa Wedges und 90s Low Rise Jeans zu unseren bekanntesten Stücken geworden.
Darauf bin ich wirklich stolz. Statt uns auf ein einziges Vorzeigeprodukt zu verlassen, haben wir nach und nach eine Kollektion charakteristischer Styles aufgebaut, zu denen Kundinnen Jahr für Jahr zurückkehren.
Welche Kriterien oder Must-haves muss ein S&S-Stück erfüllen?
Das Wichtigste ist, dass ich es selbst wirklich tragen wollen muss. Wenn ich nicht immer wieder danach greife, erwarte ich das auch nicht von unseren Kundinnen. Es muss sich gut tragen lassen und trotzdem besonders sein. Ich möchte immer, dass ein Produkt ein Alleinstellungsmerkmal hat – sei es durch den Stoff, die Passform, die Silhouette, die Farbe oder ein Detail, das man vielleicht nicht sofort bemerkt.
Das Ziel ist, Stücke zu kreieren, die sich unkompliziert tragen lassen und einem dennoch das Gefühl geben, etwas ein wenig Besonderes entdeckt zu haben.
In den vergangenen ein, zwei Jahren scheinen australische Labels viel beliebter geworden zu sein. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Ich finde, australische Labels vermitteln ein starkes Gefühl von Lässigkeit. Unsere Art, uns zu kleiden, ist oft praktisch und entspannt, wirkt aber trotzdem durchdacht. Außerdem glaube ich, dass Kundinnen und Kunden weltweit heute offener dafür sind, über Instagram, TikTok und Mundpropaganda unabhängige Labels zu entdecken, statt ausschließlich bei großen internationalen Marken einzukaufen.
Vor welchen Herausforderungen stehst du mit einer so schnell wachsenden internationalen Kundschaft?
Eine der größten Herausforderungen war es, zu lernen, wie man mit einem sehr kleinen Team eine globale Marke aufbaut. Wir sind weniger als fünf Personen, deshalb überlegen wir ständig, wie unsere Produkte, unser Marketing und unsere Abläufe für Kundinnen und Kunden auf der ganzen Welt funktionieren können.
In den Anfangstagen konnten wir uns fast vollständig auf den australischen Markt und seine Jahreszeiten konzentrieren. Heute entwerfen wir Kollektionen, erstellen Inhalte und planen Markteinführungen für Kundinnen und Kunden in unterschiedlichen Klimazonen, Zeitzonen und Märkten – das bringt definitiv eine zusätzliche Ebene an Komplexität mit sich. Auch unsere Abläufe haben sich stark weiterentwickelt. Mit dem Wachstum unserer internationalen Kundschaft mussten wir alles vom Versand bis zur Bestandsplanung kontinuierlich verbessern. Es ist noch immer ein Prozess, aber eine spannende Herausforderung, an der wir mit dem Wachstum des Unternehmens ständig weiterarbeiten.

Wie würdest du den australischen Stil beschreiben? Worin unterscheidet er sich von anderen Orten, die du besucht hast?
Ich finde, der australische Stil ist entspannt, lässig-unperfekt und ziemlich praktisch, aber trotzdem cool. Hier gibt es weniger Förmlichkeit, und das liebe ich. Die Menschen sehen nicht so aus, als hätten sie Stunden damit verbracht, sich anzuziehen – selbst wenn sie es getan haben. Im Vergleich zu manchen Orten im Ausland kleiden sich australische Frauen oft sehr lebensstilorientiert. Stücke müssen einiges leisten: Sie müssen bequem sein, sich einfach stylen lassen und fürs echte Leben taugen.
Zum Schluss: Welche Pläne und Ziele hast du für die Zukunft des Labels?
Wir freuen uns sehr darauf, über unser Direktvertriebsmodell international weiter zu wachsen. Wir haben mit Pop-ups und stationärem Handel experimentiert, aber festgestellt, dass Scarlet & Sam online am besten funktioniert. So können wir mit unserer Kundschaft weltweit in Verbindung bleiben und gleichzeitig als kleines, agiles Team arbeiten.
Wir werden weiter in neue Kategorien expandieren, Kooperationen mit Marken ausloten, die sich wirklich stimmig anfühlen, und hoffentlich mehr Events in verschiedenen Städten veranstalten, damit wir noch mehr Menschen aus unserer Community persönlich treffen können. Vor allem aber möchten wir in unserem eigenen Tempo wachsen. Wir haben das Unternehmen mit einem kleinen Team aufgebaut und lieben diese Arbeitsweise wirklich. Sie gibt uns die Flexibilität, nah dran zu bleiben, schnell zu handeln und bei jeder Entscheidung unsere Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.
So aufregend Wachstum auch ist: Zu schützen, was Scarlet & Sam zu Scarlet & Sam macht, wird immer an erster Stelle stehen. Wir bauen lieber etwas auf, das Bestand hat, als Wachstum um des Wachstums willen hinterherzujagen.



















