Ist unsere K-Beauty-Obsession nur ein kurzlebiger Trend?
Beauty-Expert:innen verraten, ob Cushion-Foundations und Skin-first-Formulierungen langfristig bleiben.
Von Lip Tints und PDRN-Seren bis zu Cushion-Foundations: Der Einfluss der K-Beauty auf die westliche Beauty-Landschaft ist unübersehbar. Dank des Internets überwinden koreanische Trends wie Glass Skin und Blurred Lips längst Sprach- und Landesgrenzen. Damit prägt die Skin-first-Philosophie, für die der koreanische Markt steht, inzwischen auch im Westen, wonach wir bei Beauty-Produkten verlangen. Ob YSL Beauty eine eigene Cushion-Foundation lanciert oder Haus Labs seine Kultprodukte in Korea formulieren lässt – Beauty-Expert:innen sind sich einig: Dieser Wandel ist alles andere als ein kurzer Hype.
Während westliche Beauty-Produkte lange mit auffälligen Make-up-Looks verbunden wurden, die von hochdeckender Foundation und Smokey-Eye-Paletten lebten, stand in der koreanischen Beauty-Welt schon immer ein jugendliches Erscheinungsbild im Mittelpunkt. Daraus ergibt sich ein Skin-first-Ansatz, der auf pflegenden Skincare-Inhaltsstoffen basiert. „K-Beauty beruht auf der Überzeugung, dass gesunde Haut die Grundlage für schönes Make-up ist. Statt Unebenheiten nur abzudecken, enthalten viele koreanische Make-up-Produkte Pflegewirkstoffe, die die Haut versorgen, während man sie trägt“, erklärt Daniella Jung, Gründerin von Muskat Beauty, gegenüber Hypebae. „Ob Cushion-Foundation oder Lippenprodukte: Feuchtigkeit spendende und beruhigende Pflegewirkstoffe gehören hier ganz selbstverständlich zur Formulierung.“ Koreas Vorliebe für natürliches Make-up passt daher perfekt zum aktuellen Clean-Girl- und No-Makeup-Makeup-Boom in der westlichen Beauty-Welt.
Mit ihren innovativen Formulierungen prägt K-Beauty bereits unzählige westliche Produkte und Marken – oft, ohne dass wir es sofort bemerken. „K-Beauty-Unternehmen sind unglaublich schnell. Sie beobachten das Konsumverhalten genau, entwickeln rasch neue Konzepte und scheuen sich nicht, mit neuen Texturen, Formaten und Inhaltsstoffen zu experimentieren. Social Media hat zudem dafür gesorgt, dass sich Beauty-Trends weltweit viel leichter verbreiten. So erreichen Innovationen, die in Korea entstehen, Konsument:innen auf der ganzen Welt beinahe sofort“, sagt Jung. Statt auf Gimmicks und künstlich erzeugte virale Momente zu setzen, lebt K-Beauty vom Versprechen gesunder Haut – auch lange nachdem die Foundation abgewaschen ist.
Früher galten Skincare und Make-up als zwei getrennte Kategorien. Doch koreanische Formulierungen und das wachsende Interesse an Hautgesundheit zeigen mit Produkten wie Cushion-Foundations, wie nahtlos beides zusammengehen kann. Cushion-Foundations greifen den strahlenden Finish auf, für den K-Beauty-Produkte bekannt sind, und enthalten oft pflegende Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure und Glycerin, die die Haut während des Tragens mit Feuchtigkeit versorgen und beruhigen. „Traditionelles westliches Make-up zielte stärker auf Veränderung ab: Unreinheiten abdecken, konturieren und einen besonders ausgearbeiteten Look schaffen. Koreanische Beauty hingegen setzt auf eine hydratisiertere, natürlich wirkende Glass-Skin-Textur und konzentriert sich dabei ganz auf die allgemeine Hautqualität und die Hautbarriere“, erklärt die Fachärztin für plastische Gesichtschirurgie Dr. Kimberly Lee.
Der Erfolg von K-Beauty-Produkten auf dem westlichen Markt liegt auch darin, dass sie Pflege- und Make-up-Vorteile verbinden – anders als viele Teintprodukte, die oft nur kurzfristige optische Effekte erzielen. „Die Cushion-Foundation ist ein Paradebeispiel dafür, warum K-Beauty so beliebt ist. Sie bietet nicht nur eine neue Art, Make-up aufzutragen, sondern spiegelt auch das größere Interesse an leichteren, natürlich wirkenden und mit Pflegewirkstoffen angereicherten Beauty-Produkten wider“, sagt Dr. Lee. Darüber hinaus sorgt der Trend zu wissenschaftlich fundierten Multifunktionsprodukten dafür, dass Verbraucher:innen vor allem auf Funktionalität achten.
2026 bestimmt unsere Haut jede Beauty-Entscheidung. Während westliche Beauty-Fans ihre Routinen früher vor allem nutzten, um Unreinheiten oder Makel vorübergehend zu kaschieren, richtet sich unser Denken heute stärker auf langfristige Ergebnisse. „Verbraucher:innen kennen sich viel besser mit Inhaltsstoffen aus und wünschen sich Produkte, die ihre Anliegen nicht nur kaschieren, sondern ihre Haut langfristig verbessern“, sagt Dr. Lee. Auch wenn die Skincare-Bewegung wie ein weiterer, vom Algorithmus geprägter Kurzzeittrend wirken mag: Gute Haut kommt nie aus der Mode – und genau dieser Gedanke spiegelt sich in den Grundprinzipien der K-Beauty wider.
Deshalb ist der Skin-first-Ansatz der K-Beauty nichts, dem Beauty-Fans irgendwann entwachsen werden. „Wenn man dauerhaft hochwertige Produkte zu erschwinglichen Preisen anbietet, schafft das langfristiges Vertrauen bei den Verbraucher:innen statt eines kurzfristigen Hypes. Deshalb bin ich überzeugt, dass K-Beauty einen nachhaltigen Wandel in der globalen Beauty-Branche verkörpert und nicht bloß einen vorübergehenden Trend“, sagt Jung. In der heutigen Beauty-Landschaft, die sich ständig weiterentwickelt, widersprechen Produkte, die auf Leistung statt auf Übermaß setzen, direkt der Vorstellung, die Beauty-Welt ziehe zu schnell weiter. Denn was wirklich funktioniert, bleibt.



















