Nach fast 25 Jahren kehrte McQueen unter der kreativen Leitung von Seán McGirr zur London Fashion Week zurück. Die Frühjahr/Sommer-2027-Kollektion schöpft unmittelbar aus den gegenkulturellen Strömungen der Straße, den historischen Kontrasten und der Energie des Londoner Nachtlebens. Sie verbindet ätherisches Handwerk mit strengen urbanen Silhouetten und setzt auf präzise strukturelle Linien sowie unerwartete textile Verarbeitungen.
Wie McGirr in den Pressenotizen erklärt: „McQueen ist ein in London gegründetes Haus, und die kompromisslose Haltung sowie der subversive Geist der Stadt sind tief in seinem Kern verankert.“
Die Show fand in der Lincoln’s Inn Chapel statt und wurde unter anderem von Emilia Clarke, Alexa Chung, Salma Hayek und Lila Moss besucht. Der Ort war in dunkles, rauchiges Licht getaucht, während der Live-Chor Shard Voices zwischen den Säulen der Kapelle im Hintergrund sang.
Als Lehrstück des düsteren Romantizismus setzt die Kollektion ganz auf haptische Kontraste: Zarter, geräucherter Tüll trifft auf säurefarbene Blumenmotive, die auf reflektierende Glasorganza gedruckt sind. Hochglänzender lackierter Satin steht strukturierten Lederharnischen gegenüber, während sich nächtliche Jacquardgewebe allmählich in schwerelose, transparente Organzaverzierungen an den Säumen auflösen. Die Farbpalette bewegt sich zwischen gedämpften Tönen, die der klassischen religiösen Porträtmalerei entlehnt sind, und ausgewaschenen Neonnuancen aus der Underground-Rave-Szene.
Tailoring bildet mit extremen, architektonischen Proportionen das Fundament der Kollektion. Präzise „Engelsflügel“-Jacken kontrastieren mit länglichen, strengen Anzügen. Gemeinsam mit der Savile-Row-Institution Huntsman entwarf das Haus drei maßgeschneiderte Menswear-Looks aus traditionellen britischen Wollstoffen, mit überzeichneten Schulterlinien und hoch sitzenden, eng anliegenden Taillen. Für die Hardware-Elemente kehrte der langjährige Kollaborateur und Meisterjuwelier Shaun Leane zurück: Er schuf handgefertigten Körperschmuck aus recyceltem Silber sowie neu aufgelegte Kopfbedeckungen aus dem Archiv von 1998 und 2004.
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