Rina Lipa findet ihre eigene Stimme mit ihrem Kurzfilmdebüt „Weight of Ribbons“
Der Star spricht offen darüber, wie sie ihr erstes eigenes Kurzfilmprojekt geschrieben, verkörpert und geprägt hat – eine zutiefst persönliche Reise zu ihrer Identität.
Sie kann singen, sie kann tanzen und sie kann schauspielern – lernen Sie Rina Lipa. kennen. Ein echtes Multi-Talent im Werden – der Rising Star beweist, dass sie weitaus mehr ist als nur Dua Lipas Schwester und dass das Talent in dieser Familie eindeutig vererbt ist. Für ihr neuestes Projekt begibt sich Lipa auf eine zutiefst persönliche Reise mit ihrem ersten Kurzfilm, Weight of Ribbons.
Lipa spielt im Film nicht nur die Hauptrolle, sie hat auch das Drehbuch geschrieben – ihr Debüt als Autorin. Das Projekt entfaltet sich als intime Charakterstudie und lotet Wachstum und Selbstfindung in der Spannung zwischen Kindheitsträumen und dem heutigen Ich aus. Erzählt durch Bewegung, Kostüm und inneren Monolog bietet der Film ein bemerkenswert verletzliches Filmerlebnis.
Ausgehend von ihrer Vergangenheit im Ballett, entwickelt Lipa eine physische Sprache, die in Emotion verankert ist, und nutzt den Körper als erzählerisches Instrument. Regisseur Louis Melvyn verleiht dem Ganzen mit seinem mutigen Einsatz von Farbe eine surrealistische Note und meidet bewusst die oft angestaubte Ästhetik, die mit Ballett verbunden wird. Stattdessen wirkt der Film lebendig und erfrischend zeitgemäß.
Diese Vision wird durch die Kostüme, gestylt von Edie Rose, noch weiter auf ein neues Level gehoben, indem sie Teile von Miu Miu und Valentino, Labels, die seit Langem mit Ballett und Femininität verbunden sind, einbindet. Korsetts und Shapewear greifen Themen wie Einengung auf, während Spitze und Farbe eine modisch-progressive Note hinzufügen. Das ist Ballett, bis auf das Wesentliche reduziert und neu gedacht.
Ein beeindruckender erster Schritt in die Welt des Films: Lipa beherrscht die Leinwand sowohl vor als auch hinter der Kamera. Ein Name, den man sich merken sollte – sie fängt gerade erst an, und wir können es kaum erwarten, zu sehen, was als Nächstes kommt. Lesen Sie weiter für das komplette Interview und einen Einblick in Rina Lipas kreativen Prozess.
Wie bist du ursprünglich zur Kunst gekommen? Wie sah dein Weg bisher aus?
Ich habe als Ballerina angefangen. Mit elf stand ich auf Spitzenschuhen, und das war irgendwie meine ganze Welt; „Rina Ballerina“ – es war perfekt. Als ich mit Ballett anfing, haben wir Stücke aufgeführt, in denen Tanz und Schauspiel gemischt wurden, und ich fing an zu denken, dass Schauspiel vielleicht eher mein Ding ist. Ich habe beides weitergemacht, aber ich glaube, Ballett war der Anfang von all dem.
Kannst du uns ein bisschen über dein aktuelles Projekt erzählen, Weight of Ribbons?
Weight of Ribbonserzählt von einem jungen Mädchen, das versucht, Ballett mit ihrem Leben zu vereinbaren – und sich im Grunde davon zu entfremden. Wir sehen, welchen emotionalen Tribut das fordert, aber im Kern geht es um Hoffnungen, Träume und das Erwachsenwerden. Es berührt auch Themen wie Isolation, Veränderung und den inneren Kampf mit sich selbst.
Das klingt nach einem sehr persönlichen Projekt.
Ja, es ist wirklich sehr persönlich und ziemlich verletzlich. Natürlich ist es dramatisiert, aber ich habe es aus meinen eigenen Erfahrungen geschöpft. Gleichzeitig war es auch kathartisch und hat Spaß gemacht, weil ich schon immer Tanz, Schauspiel, Mode und Film miteinander verbinden wollte. Man sieht viele unglaubliche Fashion-Momente, an denen mein Stylist und ich sehr intensiv gearbeitet haben.
Es ist großartig, dass du so viele deiner Leidenschaften in einem Projekt vereinen kannst.
Ja, genau so möchte ich von jetzt an weitermachen. Ich liebe es, mich zu verkleiden, ich liebe es aufzutreten, ich liebe es zu tanzen – ich bin ein echtes Theaterkind!
Du hast nicht nur die Hauptrolle im Film gespielt, sondern auch das Drehbuch geschrieben. Wie hast du diese beiden Erfahrungen ausbalanciert und was waren die Herausforderungen?
Ich habe mich komplett aus meiner Komfortzone herauskatapultiert. Ich hatte schon Stücke für die Bühne geschrieben und in der Schule an Monologen gearbeitet, aber ich hatte mich noch nie hingesetzt, ein Skript-Template benutzt und das Ganze wirklich durchgezogen. Es begann mit kleinen Notizen in Heften, einem Journal, meiner Notizen-App – Dinge, an die ich mich erinnerte, oder Sätze, die ich zu Freund*innen sagte.
Aber sich wirklich in die Rolle der Autorin zu begeben, war etwas völlig anderes. Normalerweise bekomme ich ein fertiges Skript, arbeite damit und entwickle von dort aus die Figur – bei diesem Projekt durfte ich beides machen. Ich fühlte mich dieser Figur so verbunden, weil sie aus mir heraus entstanden ist, also fühlte es sich ganz natürlich und leicht an, in sie einzutauchen, ohne allzu viel Recherche.
Ich glaube, die einzige Phase, in der ich es wirklich schwierig fand, war während des Drehs, wenn ich vor der Kamera stehe und nicht selbst Regie führe. Mein unglaublicher Freund Louis [Melvyn] hat den Film inszeniert, aber es war hart, weil ich die Figur so gut kannte. Wenn Louis und ich als Regisseur und Schauspielerin zusammensaßen, trug ich gleichzeitig noch den Autorinnen-Hut und musste versuchen, all das auszubalancieren, ohne die Kontrolle über das gesamte Projekt zu übernehmen. Ich musste Louis Raum lassen, in seiner Welt kreativ zu sein – jede*r hatte seine Spur. Aber ich durfte ein bisschen zwischen beiden Welten wechseln, und das war schön und neu!
Was hat dich dazu gebracht, genau diese Geschichte zu erzählen? Und warum gerade jetzt?
Die Geschichte handelt sehr viel von Veränderung. In unseren Teenagerjahren und unseren Zwanzigern entwickeln wir uns ständig weiter, und mir ist aufgefallen, dass ich mich damit noch gar nicht richtig auseinandergesetzt hatte. Ich hatte mich von meinem Kindheitstraum Ballett entfernt und lange keinen Kontakt mehr zu dieser Seite von mir gehabt. Also habe ich wieder Stunden genommen und bin zurück in den Tanz gegangen – das war anfangs super nervenaufreibend, aber ich habe gemerkt, dass da etwas unglaublich Nostalgisches drinsteckt, und genau das wollte ich zurückholen.
Ich glaube, jetzt war einfach der richtige Zeitpunkt, weil es sich wie eine Art Befreiung angefühlt hat, diese Geschichte zu schreiben und in die Welt hinauszutragen. Jetzt hat es sich einfach richtig angefühlt – ich hatte ein tolles Arbeitsumfeld und ein großartiges Team, es hat einfach perfekt zusammengepasst.
Du hast erzählt, dass Tanzen früher ein großer Teil deines Lebens war. Wie sah dein Training aus, um die Ballerina zu spielen? War es schwierig, Schauspiel und Tanz zu vereinen?
Ich habe auch später viel Contemporary Dance gemacht, das war für mich die erzählerische Form des Tanzes. Das hatte ich also immer im Hinterkopf, aber zurück zum Ballett zu gehen, bedeutete dann wieder: Technik, Haltung, wo genau deine Arme sind und so weiter. Mit meinen Lehrer*innen und der Choreografin habe ich all diese Dinge noch einmal durchgearbeitet, damit sie wieder in meinen Körper zurückkommen. Irgendwo waren sie ja noch da! Am Anfang dachte ich: „Oh mein Gott, was habe ich mir da angetan?“ Aber es war wunderschön. Mein inneres Kind hat gemerkt: „Wow, du kannst all die Dinge, die du liebst, tatsächlich miteinander verbinden.“
Welche Themen sollen beim Publikum am stärksten nachhallen?
Ich glaube, es geht sehr viel um Identität und darum, Veränderung zuzulassen. Aber letztlich hoffe ich, dass alle Zuschauer*innen ihre ganz eigenen Bezüge dazu finden, was sie aus dem Film mitnehmen möchten. Für mich geht es definitiv um Erwachsenwerden und das Annehmen dieses Wandels. Manche sehen es vielleicht ganz wörtlich als Geschichte über eine Ballerina und über Tanz, aber für mich war das nur das erzählerische Mittel, das ich nutzen wollte.
Was wissen die Leute hinter den Kulissen nicht über dich?
Ich bin eigentlich ein ziemlich offenes Buch. Ich glaube, viele wissen vielleicht nicht, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist. Meine erste Sprache ist Albanisch, und ich bin einen großen Teil meiner Kindheit im Kosovo aufgewachsen. Ich habe dort einen ganzen Freundeskreis, und ich habe alle Schulfächer im Kosovo gemacht. Ich bin viel umgezogen, aber ich glaube, nicht viele wissen, dass ich nicht mein ganzes Leben in London gelebt habe.
Welche wäre deine absolute Traumrolle?
Ich möchte immer jemanden spielen, der wirklich komplex ist und schwer zu entschlüsseln. Um nicht zu offensichtlich zu sein, aber eine meiner Lieblingsfiguren ist Nina aus Black Swan, Natalie Portmans Figur. Sie ist so faszinierend, und ihr Zusammenbruch in diesem Film ist für sie eine Art Befreiung. Sie ist so kontrolliert, und dieser Kontrollverlust ist wie ihr eigentliches Werden.
Emma Stone gehört auch zu meinen Favoritinnen. Mia in La La Land, sie ist romantisch, sie liebt Kunst, es ist gleichzeitig beglückend und herzzerreißend. Oder Emma in Poor Things, sie ist furchtlos, neugierig und ganz neu in der Welt. In Poor Things, kennt Emma einfach keine Scham, was großartig ist; es fühlte sich an wie eine neue, komplexe Art, eine Frau zu zeigen. Emma Stone ist definitiv eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerinnen.
Was können wir in Zukunft von dir erwarten?
Mehr davon, hoffe ich! Ich habe das große Glück, einen unglaublich kreativen Freundeskreis zu haben. Jemand schreibt, jemand führt Regie, jemand produziert – es ist immer jemand am Kreieren. Hoffentlich mehr Kurzfilme, hoffentlich ein Spielfilm, etwas mit komplexen Figuren und wichtigen Geschichten, die wir mit der Welt teilen können.



















