Barbie Ferreira startet ihre große Indie-Ära
Die Schauspielerin spricht über ihre neue Freiheit nach „Euphoria“, Indie-Kino und ihr aktuelles Projekt „MILE END KICKS“.
Aufgewachsen im Internet, ständig in Malls unterwegs und durch eindeutig zu viele Blazer-Phasen gegangen, Barbie Ferreirahat ein instinktives Gespür für das Chaos und den Charme der 2010er-Jahre. In ihrer neuesten Rolle taucht die Schauspielerin voll hinein, spult zurück ins Jahr 2011 und zapft eine Form von Nostalgie an, die sie nur zu gut kennt.
Nach ihrem Ausstieg aus Euphoria, schlägt Ferreira eine neue Richtung im Indie-Kino ein und fühlt sich zu den vielschichtigen, eigensinnigen Figuren hingezogen, die sie schon immer fasziniert haben. Ihr neuestes Projekt, MILE END KICKS, katapultiert uns in die Montreals Indie-Musikszene des Jahres 2011 und begleitet eine junge Frau auf ihrem Weg durch Identitätssuche, Ambitionen und komplizierte Beziehungen. Ferreira spielt eine scharfzüngige Musikkritikerin, die sich mit den Mitgliedern einer Band verstrickt – in einer Romcom, die den Spirit einer klassischen Coming-of-Age-Geschichte einfängt.
Mit ihrem Fokus auf drehbuchgetriebene, unabhängige Projekte feilt Ferreira an ihrem Handwerk und erweitert ihr Repertoire zu ihren eigenen Bedingungen. An ihrer Seite spielen Devon Bostick, Stanley Simon, Juliette Gariépy und Jay Baruchel, MILE END KICKS ist jetzt erschienen.
Wir haben mit Ferreira über ihre neue Rolle, ihr Rezept, geerdet zu bleiben, und darüber gesprochen, was sie wirklich 2011 so gemacht hat. Hier geht es zum kompletten Interview.
Du spielst die Hauptrolle in einem neuen Film, MILE END KICKS. Kannst du uns ein bisschen von dem Projekt erzählen? Wie waren die Dreharbeiten?
Dieses Projekt war etwas ganz Besonderes. Ich habe ein paar Sommermonate in Montreal mit einem großartigen Ensemble und einem wahnsinnig tollen Team verbracht. Wir haben wirklich das Wesen von Indie-Filmen wie Nick & Norah’s Infinite Playlist und von Romcoms wie Bridget Jones Diary. Es gab so viele Tage, an denen wir quer durch Montreal gerannt sind, und sogar einen Tag, an dem wir auf einem Megabus gedreht haben.
Für alle, die dich vor allem aus Euphoria kennen: Inwiefern hat dir dieses Projekt ermöglicht, dich neu vorzustellen?
Ich konzentriere mich momentan sehr auf das Produzieren und auf die Arbeit an Independent-Filmen wie Bob Trevino Likes It und Mile End Kicks, und darauf, mich als Schauspielerin weiterzuentwickeln und mit Regisseur:innen wie Daniel Goldhaber an Faces of Death. Je mehr ich als Schauspielerin wachse, desto stärker zieht es mich zu ganz unterschiedlichen Figuren. Für mich dreht sich alles um das Drehbuch!
Der Film spielt 2011. Welche Erinnerungen hast du an diese Zeit?
Ich war ein absolutes 15-jähriges Chaos! Ich war im zweiten Jahr an der Highschool und habe verzweifelt versucht, mich selbst zu finden. Ich hatte sogar eine Phase, in der ich wochenlang jeden Tag Blazer getragen habe. Ich habe in Jersey in der Mall abgehangen und mit meinen Freund:innen Filme geschaut. Eine unglaublich unbeholfene, aber süße Zeit.
Worin hat sich dieses Projekt von deinen bisherigen Arbeiten unterschieden?
MILE END KICKS war ein Film mit etwas größerem Budget. Mich berühren Drehbücher, die wirklich von Herzen kommen, und beide Projekte spiegeln eine Ehrlichkeit wider, die ich sehr geliebt habe. Und ich konnte auch ein bisschen an einem Akzent feilen – ich musste das New York aus meiner Stimme herausbekommen.
Gab es besonders schwierige Szenen beim Dreh? Wie bist du damit umgegangen?
Wir hatten, wie die meisten Independent-Filme, einen sehr ambitionierten Drehplan – es war definitiv ein Marathon, kein Sprint. Wir haben alles on location statt im Studio gedreht, was für das Team besonders herausfordernd war. Aber wir haben es hinbekommen! Genau das ist das Schöne daran, wenn Filmschaffende die Köpfe zusammenstecken und Lösungen finden.
Als Person der Öffentlichkeit – wie schaffst du es, geerdet zu bleiben und den Lärm auszublenden?
Ich liebe Brettspiele und verbringe supergern Zeit mit meinen Liebsten. Ich koche auch wahnsinnig gern für andere. Mein Zuhause ist ständig voll, und ich mache die ganze Zeit Snacks für alle.
Du hast bereits mit Stars wie Zendaya und Jacob Elordi gearbeitet. Mit wem würdest du wahnsinnig gern noch vor der Kamera stehen, mit dem*der du bisher noch nicht gedreht hast?
Ich habe so viele Ikonen. Isabella Rossellini, Cate Blanchett… so viele fantastische Schauspieler:innen, die ich bewundere.
Was ist etwas an dir, womit die meisten Menschen nicht rechnen würden?
Für mich und die Menschen, die mich kennen, ist es nicht überraschend, aber für viele andere wahrscheinlich total verrückt, wie sehr ich ein Zuhause-Mensch bin. Zu 80 Prozent der Zeit bleibe ich mit meinen Tieren daheim und spiele Pokopia.
Was steht bei dir als Nächstes an?
Wartet nur ab …



















