Die Kostümdesignerin hinter „The Beauty“ über ihren kreativen Prozess
Sarah Snyder gibt exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Body-Horrors mit Bella Hadid in der Hauptrolle.
Alle reden über Ryan Murphys neue Serie, The Beauty. Das Body-Horror-Drama wartet mit einem hochkarätig besetzten Cast, runway-tauglichen Kostümen und bissig-satirischen Kommentaren zu unrealistischen Schönheitsidealen auf. Und die Hauptrolle spielt niemand Geringeres als Bella Hadid.
Der Thriller taucht ein in die Welt der High Fashion, als Supermodels auf grausame und mysteriöse Weise zu sterben beginnen. FBI-Agent:innen, gespielt von Evan Peters und Rebecca Hall, werden daraufhin nach Paris geschickt, um die Wahrheit aufzudecken. Die Figuren stoßen auf ein Virus, das ganz normale Menschen in scheinbar perfekte Schönheitsikonen verwandelt – mit erschreckenden Konsequenzen.
Kostümdesignerin Sarah Evelynspielt dabei eine Schlüsselrolle: Die Looks definieren die einzelnen Figuren und spiegeln die großen Themen der Story wider. Evelyn hat bereits an mehreren Projekten mit Murphy gearbeitet, in denen Mode und Charakter untrennbar miteinander verbunden sind – und diesmal ist es nicht anders. Wir haben uns mit der Designerin getroffen, um über ihren Werdegang, ihren kreativen Prozess und das Leben am Set zu sprechen. Weiter unten findest du das komplette Interview.
Wie bist du ursprünglich zum Kostümdesign gekommen?
Es hat eine Weile gedauert, bis ich meinen Weg zu Kostümen gefunden habe. Ich glaube, ich wusste immer, dass ich Kostümdesignerin werden wollte, hielt es aber aus den unterschiedlichsten Gründen für unerreichbar. Nach dem College habe ich Kunstkonservierung studiert, bin danach zurück nach NYC gegangen und habe Breitband verkauft, bevor es überhaupt Highspeed-Breitband gab, bin dann nach LA gezogen und habe Radiowerbung verkauft, dann eine Product-Placement-Firma gegründet – so ging es eine Weile weiter, bis ich schwanger wurde. Und als ich schwanger war, habe ich irgendwann entschieden: Jetzt ist es Zeit, endlich Kostümdesign zu machen.
Gloria Kim
Wie bist du zu der Serie gekommen?
Ich habe schon früher an Ryans Shows gearbeitet. Ich habe Lou Eyrich (Ryans Kostüm-Produzentin und fantastische Kostümdesignerin) kennengelernt, als ich an Promomaterial für American Horror Story: Hotel. Eines ergab das andere, und sie verschaffte mir meinen ersten großen Durchbruch: einen Job als Co-Designerin bei American Horror Story: Cult. Danach war ich in der Ryan-Murphy-Welt für Hollywood tätig, und offenbar war es jetzt Zeit, zurückzukehren. The Beauty war wirklich ein klassischer Fall von: zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Als du das Drehbuch zu The Beauty zum ersten Mal gelesen hast – was waren deine ersten Gedanken zum Kostümdesign der Serie?
Ryan ist extrem visuell und stilbewusst, deshalb wusste ich, dass das eine fantastische kreative Chance wird. Es ist ein bisschen Sci-Fi, aber in der Gegenwart – das bedeutete, dass wir eine ultraspannende, hochästhetische Welt von heute erschaffen konnten.
Wie sieht dein kreativer Prozess aus?
Recherche, Recherche, Recherche – und noch mehr Recherche. Ich beginne damit, das filmische Vokabular des jeweiligen Themas zu verstehen. Also sehe ich mir erst einmal alles an, was Body Horror ist, und alle Filme und Serien, die sich mit Schönheit auseinandersetzen. Gleichzeitig bringt Ryan immer eine sehr starke visuelle Vision mit großartigen Referenzen mit, und da steige ich ein: Ich tauche in diese Referenzen ein, schaue, schaue, schaue – und denke.
Die Serie hat eine extrem eigenständige Bildsprache. Welche Einflüsse oder Referenzen habt ihr für die Kostüme herangezogen? Bertolucci war eine große Referenz, The Passenger, Last Tango in Paris und The Hunger… damit fing im Grunde alles an.
Kannst du den Stil der Serie in drei Worten beschreiben?
Oh mein Gott, ich glaube wirklich nicht, dass ich das kann – aber ich hoffe, er ist schön, anders und unverzichtbar für die Geschichte!
Gab es Figuren, die sich über Kostüme schwerer fassen ließen? Wie bist du damit umgegangen?
Immer. Es gibt immer Herausforderungen, aber man muss einfach dranbleiben. Man darf die Kraft von harter Arbeit wirklich nicht unterschätzen – zumindest für mich führt der einzige Weg mitten hindurch. Das muss man annehmen, daran glauben, dass man ankommt, und einfach weitermachen.
Gibt es einen Look, auf den du besonders stolz bist?
Es gibt viele Looks, auf die ich stolz bin. Am meisten stolz bin ich, glaube ich, auf das, was wir als Team geschaffen haben. Wir haben für diese Show wahnsinnig viel wirklich selbst angefertigt. Unsere Stoffeinkäuferin war die supertalentierte Kostümmacherin Kathryn Bailey, und unser Cutter-Fitter ist der legendäre Menswear-Schneider Daniel Weger. Wenn wir andere Spezialgebiete brauchten, haben wir weitere Kunsthandwerker:innen dazugeholt oder ausgelagert.
Am schönsten ist es, wenn durch all die Teamarbeit etwas entsteht, das besser ist, als man es allein je hätte machen können. Isabellas Kostüme waren eine echte Gemeinschaftsarbeit – von der Illustratorin über die Shopper:innen bis hin zu Jonathan Knipsher, einem großartigen Cutter-Fitter in NYC, der auf historische Kostüme spezialisiert ist. Allein wäre ich nie dort gelandet. Es bedeutet mir sehr viel, so zusammenzuarbeiten und zu spüren, dass etwas entstanden ist, das in Einzelarbeit nie diese Qualität gehabt hätte.
Wie sah die Zusammenarbeit mit dem Make-up- und Prothetik-Team aus?
Das ist immer eine sehr enge Zusammenarbeit. Mit Hair und Make-up stimmen wir uns bei Farben und Stil konsequent ab, und bei Prothesen geht es vor allem um klare, intensive Kommunikation.
Was begeistert dich am meisten an der Zukunft des Kostümdesigns fürs Fernsehen?
Mich begeistert das „Neue“, deshalb freue ich mich immer auf frische Ideen, die hochkommen. Die einzige Konstante ist der Wandel – und genau das liebe ich: lernen, wachsen und mich inspirieren lassen!















