Prada schickt 60 Looks mit nur 15 Models über den Laufsteg
Für die FW26-Kollektion des Luxuslabels reduzieren Miuccia Prada und Raf Simons den Laufsteg radikal und inszenieren eine eindrucksvolle Studie über das Vergehen der Zeit.
Prada Herbst/Winter 2026 setzt mit einem klaren Fokus auf Styling statt Volumen den Ton im aktuellen Mode-Diskurs und präsentiert eine faszinierende Studie der Reduktion.
Die Co-Kreativdirektor:innen Miuccia Prada und Raf Simons setzten auf ein bewusst reduziertes Line-up von 15 Models, darunter Bella Hadid und Achol Ayor, die die 60 einzigartigen Looks der Kollektion trugen. Jedes Model lief vier Runden, und mit jedem Durchgang legte es ein Überkleidungsstück ab, um einen neuen Look darunter zu enthüllen. Dieser bewusst inszenierte Vorgang spiegelt den ganz realen Akt des täglichen Anziehens perfekt wider: facettenreich, ehrlich und offen für unendlich viele Identitäten.
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In der Front Row saßen unter anderem Karina, Wooyoung, Namtan Tipnaree, Pond Naravit, Caitlin Clark und Sarah Pidgeon. In der Kollektion selbst erkunden die Entwürfe die sichtbaren Spuren von Zeit und Tragen. Maßgeschneiderte Outerwear zeigt radikal distressed Kanten, die verborgene Stofflagen darunter freilegen. Ausgefranste Strickteile und bewusst eingesetzte Verfärbungen verleihen hochtragbaren Pieces eine kalkulierte Aura des Verfalls. Transparente Tülllagen über schweren Zip-Sweatern schaffen einen markanten Kontrast zwischen luftiger Zartheit und geerdeter Utility. Das Abstreifen dieser äußeren Hüllen offenbarte völlig neue Realitäten. Durch das Zurücknehmen der Schichten konnten Kristallverzierungen auf schlichten Tops glänzen und zugleich die makellose Perfektion klassischer Tailoring-Silhouetten brechen. Beim Schuhwerk wurden Kitten Heels mit Perlenbesatz veredelt, und bunte Federn waren in die Boots eingearbeitet.
Die Co-Kreativdirektor:innen verzichteten bewusst auf eskapistische Fantasien und präsentierten eine Kollektion, die im existenziellen Realismus verankert ist. Sie lieferten einen stilistischen Bauplan für das Navigieren durch die kulturellen Verschiebungen unserer Gegenwart.
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