IOC verbannt trans Frauen ab 2028 aus den Olympischen Spielen
Ein gefährlicher Präzedenzfall für den Frauensport.
Die Präsidentin des International Olympic Committee, Kirsty Coventry, hat eine wegweisende Entscheidung verkündet, die trans Frauen de facto von der Teilnahme an den Wettbewerben bei den Olympischen Spielen ab Los Angeles 2028 ausschließt. Mit der Einführung eines universellen Gender-Eligibility-Tests, der nur ein einziges Mal im Leben durchgeführt wird, will das IOC Frauenwettbewerbe ausschließlich auf biologische Frauen beschränken. Auch wenn dies bei früheren Spielen kein allgegenwärtiges Thema war, dürfte der Druck von Aktivist:innen in den vergangenen Jahren diese Entscheidung maßgeblich beeinflusst haben.
Der Test arbeitet mit Wangenschleimhautabstrichen und Blutproben, um das SRY-Gen nachzuweisen, das Teil des Y-Chromosoms ist und männliche Merkmale sowie die männliche Entwicklung auslöst. Vor dieser Entscheidung legte jeder internationale Verband eigene Testverfahren und Kriterien fest, einige Länder verzichteten sogar komplett darauf, Athlet:innen zu testen. Schon in der Vergangenheit kam es bei dieser Art von Untersuchungen zu Unstimmigkeiten, sodass Athlet:innen an einem Wettkampf teilnehmen konnten, bei einem anderen jedoch nicht zugelassen waren. Die Frage, die sich mit der Bekanntgabe dieser neuen Regel nun stellt, lautet: Wie zuverlässig ist dieser Test überhaupt?
Bei Tokyo 2020, wurde Laurel Hubbard als Teil des neuseeländischen Frauen-Gewichtheberteams zur ersten und bislang einzigen trans Frau, die bei den Olympischen Spielen antrat. Zwar starteten bei Paris 2024 keine trans Frauen, doch diese Sommerspiele entfachten weltweite Empörung rund um eine Athletin: Imane Khelif.
Die algerische Boxerin besiegte Angela Carini im Weltergewicht der Frauen, woraufhin falsche Gerüchte laut wurden, sie sei trans. Sie gewann schließlich die Goldmedaille, doch ihr olympischer Triumph wurde von hasserfüllten Kommentaren und Kontroversen überschattet. Khelif hat – wie viele andere Frauen auch – von Natur aus einen höheren Testosteronspiegel, obwohl sie als Frau geboren wurde. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Gender-Eligibility-Test nicht besteht, deutlich höher, solange es ihr nicht gelingt, ihren Testosteronwert zu senken.
Auch andere Athletinnen wie die Fußballstars Barbra Banda und Temwa Chawinga sind massiven Hate-Wellen ausgesetzt, bei denen Menschen unterstellen, sie seien keine Frauen und dürften deshalb nicht im Frauensport antreten. Beim Thema Gender-Eligibility und der Frage, wer oder was eine Frau definiert, bleibt ein riesiges Graufeld. Diese Vorwürfe und Spekulationen treffen meist Women of Color, die nicht den eurozentrischen Schönheitsidealen entsprechen – und das alles unter dem Deckmantel, den Frauensport schützen zu wollen. Werden diese Athletinnen geschützt sein, wenn es so weit ist, die Tests zu machen?
2028 markiert eine neue Ära in der Geschichte der Olympischen Spiele. Noch ist unklar, wie stark sich das künftig auf die Wettkämpfe auswirken wird – doch da manche Athlet:innen womöglich ein Leben lang ausgeschlossen werden, kann nur die Zeit zeigen, wohin dieser Kurs führt.
Und sonst? Arlo Parks and the Red Roses haben im Vorfeld der Women’s Six Nations einen Spoken-Word-Film realisiert.



















