Nan Goldin zeigt große London-Ausstellung in der Hayward Gallery
Fünf Jahrzehnte schonungslos persönliche, autobiografische Fotografie.
Die Hayward Gallery in Londongab eine große Solo-Ausstellung der gefeierten US-Künstlerin und Aktivistin Nan Goldin, mit dem Titel You Never Did Anything Wrong. Als bedeutender Moment für das britische Publikum beschließt die Schau das Southbank Centre zum 75-jährigen Jubiläum. Zugleich ist es Goldins erste institutionelle Ausstellung im Vereinigten Königreich seit 2002.
Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg hat Goldin ein zutiefst persönliches visuelles Archiv geschaffen, das Intimität, Sucht, Freundschaft und queere Communities dokumentiert. Sie beschreibt ihre Praxis als „eine Aufzeichnung meines Lebens, die niemand überarbeiten kann“ – ihr Werk hebt die Distanz zwischen Fotografin und Motiv auf und eröffnet einen ungefilterten Blick auf gelebte Erfahrung. Mit schonungslos ehrlichen, emotional aufgeladenen Bildern und immersiven Diashow-Installationen verwandelt sie Autobiografie in kollektive Erinnerung und fängt sowohl die Zartheit als auch die Turbulenz menschlicher Beziehungen ein.
Anstatt das Leben glatt oder vollendet erscheinen zu lassen, umarmt Goldins Linse seine Widersprüche aus Liebe, Verlust, Freude und Abhängigkeit – mit einer bestechenden Ehrlichkeit. Ihren Bildern wird seit Langem zugeschrieben, die zeitgenössische Fotografie neu geprägt zu haben und sie hin zu einer unmittelbareren, emotional direkteren erzählerischen Form verschoben zu haben.
Wie Chefkuratorin Rachel Thomas betont, bietet die Ausstellung „eine längst überfällige, institutionell angelegte Immersion in die Welt einer echten Revolutionärin“. Southbank-Centre-Artistic-Director Mark Ball ergänzt, die Schau setze ihre „radikale Vision“ in einen Dialog mit der brutalistischen Architektur der Hayward Gallery und ermögliche dem Publikum eine Begegnung mit einer Künstlerin, die „niemals weggeschaut hat“.
Die Ausstellung eröffnet am 24. November in der Hayward Gallery, also unbedingt im Kalender vormerken.
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